Nehammer: Pandemie wird nicht bald überwunden sein

Anders als sein Vorgänger stellt der neue Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) kein baldiges Ende der Corona-Pandemie in Aussicht, im Gegenteil: „Wir werden nicht so bald den Status erreichen, dass die Pandemie überwunden ist“, sagt er im „profil“-Interview. Mit Omikron finde ein Paradigmenwechsel statt. Bei der neuen Variante gebe es „offenbar kein Limit, wir müssen aus auf neue Dimensionen“ einstellen. Die Dauer der Quarantäne müsse wohl verkürzt werden, Gecko arbeite daran.

red/Agenturen

Er verweist auf die drohenden großen Ausfälle, die vor allem in der kritischen Infrastruktur, im Gesundheitsbereich und bei der Lebensmittelversorgung gefährlich wären. Nehammer verteidigt die am Donnerstag im Nationalrat beschlossene Impfpflicht - „weil nur Impfen uns die Freiheit erhält“ -, und auch die „Anreize“ durch die angekündigte Impflotterie. Dass mit der Impfpflicht Corona-Tests kostenpflichtig werden, schließt Nehammer aus.

Auch die hohen Corona-Hilfen für die Wirtschaft - bisher waren es 42 Milliarden Euro - verteidigt Nehammer. „Wenn der Staat verlangt, dass die Geschäftstätigkeit nicht mehr ausgeübt werden darf, dann muss der Staat auch Entschädigungen leisten.“ Nach dem Ende der Krise werde die Regierung aber „wieder einem nachhaltigen Budget den Vorrang geben“.

Eine ebenfalls im neuen „profil“ veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique research zeigt, dass die Mehrheit die Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin für nötig hält. 50 Prozent gaben an, sich weiterhin strikt an alle Maßnahmen zu halten, weil man sich „absolut nicht mit Omikron anstecken möchte“. 33 Prozent halten sich „im Großen und Ganzen“ an die Vorgaben, nehmen aber in Kauf, sich „früher oder später mit Omikron zu infizieren“. Und nur 13 Prozent haben „genug von den Maßnahmen“, wollen sich nicht einschränken, und eine Ansteckung sei ihnen egal.

Erwartungsgemäß groß sind die Unterschiede nach Altersgruppen: Von den Über-60-Jährigen wollen sich zwei Drittel keinesfalls anstecken, von den Unter-30-Jährigen sind es nur rund ein Drittel - und die Mehrheit der Jungen (51 Prozent) nimmt es in Kauf, sich früher oder später mit Corona zu infizieren.