Coronakrise

Rund 1.500 Luftfilter wurden von Schulen abgerufen

Neben PCR-Tests, Masken und einem Abwasser-Screening hat das Bildungsministerium auch die Anschaffung von Luftfiltern angekündigt, um den Schulbetrieb in Zeiten von Corona sicherer zu gestalten. Die Luftfilter waren dabei für jene Räume gedacht, in denen Lüften über die Fenster nicht oder nur schwer möglich ist. Bestellt wurden schließlich rund 1.500 Geräte, zeigt die aktuelle Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ durch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

red/Agenturen

Das Ministerium verweist in der Anfragebeantwortung erneut auf Empfehlungen von Experten, wonach Fensterlüftung gegenüber Luftfiltern zu bevorzugen sei und diese nur eine Zusatzmaßnahme sein sollten, falls keine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet werden kann. Solche Geräte könnten das Infektionsrisiko zudem nur verringern, außerdem müssten gerade im Schulsetting die Nachteile (u.a. Lärm, Wartungsaufwand, keine Reduktion von CO2) berücksichtigt werden. Für das Ministerium ist deshalb bei der Nutzung von Luftreinigungsgeräten kein Vorteil gegenüber der Frischluftzufuhr zu erkennen.

Für die Ausstattung mit Luftfiltern in Frage gekommen sind nach Vorgaben des Ministeriums all jene Unterrichtsräume und Sonderunterrichtsräume, bei denen weder ein Stoß- oder Querlüften möglich noch eine mechanische Lüftungsanlage vorhanden ist. Für den Pflichtschulbereich (v.a. Volks- und Mittelschulen), für deren Erhaltung Länder und Gemeinden zuständig sind, wird der Bedarf in der Anfragebeantwortung nicht beziffert. An den Bundesschulen (AHS, BMHS) wurde von den Bildungsdirektionen zunächst ein potenzieller Gesamtbedarf von 777 Räumen gemeldet, das entspricht sechs Prozent der dortigen Klassen- und Teilungsräume. Für deren Ausstattung wäre laut Berechnungen des Ministeriums - unter Berücksichtigung von Raumgröße und durchschnittlicher Leistungsfähigkeit der Geräte - rein rechnerisch knapp 2.300 Luftfiltergeräte notwendig gewesen.

Ressourcen nur zu einem Viertel ausgeschöpft

Tatsächlich von den Schulen angefordert wurden allerdings deutlich weniger als der über alle Schulen angenommene Bedarf, die dafür reservierten Ressourcen von 4,135 Mio. Euro wurden laut Ministerium nur zu einem Viertel ausgeschöpft. Einige Direktoren hätten die Geräte wegen der Geräuschentwicklung abgelehnt, andere wegen der Wartung, erklärt man im Ministerium auf Nachfrage der APA. Bis Mitte September wurden schließlich 1.514 Geräte über die Bildungsdirektionen für Pflicht- und Bundesschulen abgerufen, wie es in der Anfragebeantwortung heißt. Mit Stand von Anfang November waren es laut aktuellster Zahlen des Ressorts 1.536. Wie viele der insgesamt 56.000 Klassen nun konkret mit Luftfiltern ausgestattet sind, kann man im Ministerium nicht sagen. Immerhin können in größeren Räumen auch mehrere Luftfilter nötig sein.

Für SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler sind die Zahlen eine Bestätigung dafür, dass nicht alles unternommen worden sei, um die aktuelle „Chaos-Situation“ an Österreichs Schulen zu verhindern. Schon die Kriterien bei der Bedarfserhebung hätten darauf abgezielt, möglichst wenige Luftfilteranlagen finanzieren zu müssen, kritisiert sie in einer schriftlichen Stellungnahme. Klassenzimmer mit Fenster seien de facto von vornherein kategorisch ausgeschlossen worden. „Niemand bestreitet, dass das gute alte echte Lüften noch besser wirkt. Im Winter heißt das real für die Kinder vor Ort allerdings entweder frieren, oder keine Frischluft, weil Faßmann hier sparen wollte.“ Im Bildungsministerium weist man das zurück: Man habe so viele Geräte bestellt wie von den Schulen angefordert, auch ein Aufstocken wäre möglich gewesen.

 

 

Luftfilter
Mit Stand von Anfang November waren es laut aktuellster Zahlen des Ressorts 1.536 Luftfilter, die für die heimischen Schulen angefordert wurden.
APA/dpa