Slowenien plant freiwillige App-Nutzung für alle

Die Nutzung der Corona-App wird in Slowenien nun doch für alle freiwillig sein, obwohl vergangene Woche per Gesetz eine verpflichtende Anwendung für Infizierte und Personen in Quarantäne vorgeschrieben wurde. Damit solle die Bevölkerung angeregt werden, die App möglichst intensiv zu nutzen, begründete der Minister für öffentliche Verwaltung, Bostjan Koritnik, das Zurückrudern von Ursprungsplänen.

red/Agenturen

Erst am Donnerstag war die verpflichtende Nutzung der Tracking-App mit den Stimmen der Mitte-Rechts-Koalition beschlossen worden, obwohl eine entsprechende App noch gar nicht existierte. Nun soll in Slowenien die deutsche Corona-App, die ein Open-Source-Projekt ist, zur Anwendung kommen. Die deutsche Version müsse noch übersetzt, grafisch adaptiert und an slowenische Datenschutzstandards angepasst werden, erklärte der Minister am gestrigen Montag bei einer Pressekonferenz.

Das Ministerium rechnet damit, dass die App mit 1. August für die Nutzung bereit ist. Eine entsprechende Ausschreibung für Entwickler läuft am Mittwoch aus. Die Regierung möchte für die Anpassungen maximal 40.000 Euro ausgeben. Die deutsche Open-Source-Lösung wird laut Koritnik bereits in zehn europäischen Ländern angewendet, ähnlich wie Slowenien soll demnach auch Kroatien Anpassungen der deutschen Corona-Warn-App für den lokalen Markt planen.

Die gesetzlich verpflichtende Nutzung der App schließt die slowenische Regierung für die Zukunft nicht aus, sollten im Herbst und Winter die Infektionszahlen drastisch zunehmen.