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Corona-Verordnungen

Steiermark und Oberösterreich verschärfen Maßnahmen

Wegen der steigenden Corona-Zahlen verschärft das Land Oberösterreich die Corona-Maßnahmen. Ab Freitag, 29. Oktober, gilt für Kundinnen und Kunden in allen Geschäften, Einkaufszentren und Kultureinrichtungen wie Museen und Bibliotheken eine FFP2-Maskenpflicht. Auch in der Steiermark werden die Verordnungen wieder strenger.

red/Agenturen

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Oberösterreich wird per 1. November die 3G-Regel nach der Bundesvorgabe in Kraft treten, wie die Landeskorrespondenz informierte.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen hatten Montagabend Politik und Experten des Landeskrisenstabs getagt, um über zusätzliche Schutzmaßnahmen zu beraten. Oberstes Ziel sei die Verhinderung von Lockdowns und Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, hieß es. Die bisher schon für das Tragen einer FFP2-Maske gültigen Ausnahmen gelten auch für die neue oberösterreichische Verordnung, die bis auf weiteres gilt.

Aktuell verzeichnet Oberösterreich 5.867 Fälle bezogen auf die vergangene 7 Tage. Die 7-Tages-Inzidenz lag bei 392 pro 100.000 Einwohnern, mit Auseißern nach oen wie etwa dem Bezirk Braunau mit einer Inzidenz von 613. 204 Covid-19-Spitalspatienten waren stationär auf Normalbetten in Behandlung, und 37 auf den Intensivstationen.

„Der Schutz der Gesundheit aller Oberösterreicherinnen und Oberösterreich steht an oberster Stelle“, erklärte Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP). Die zusätzlichen Maßnahmen seien ein Resultat von steigenden Infektionszahlen und einer nicht ausreichend hohen Impfrate. Mit der Schutzimpfung gebe es die wirksamste Möglichkeit, sich und andere auch weiterhin zu schützen, appellierte sie an die Bevölkerung.

Ausreisekontrollen in Kraft

Bereits seit der Nacht auf Dienstag sind Ausreisekontrollen im Bezirk Braunau in Kraft. Denn am Montag war im Bundesland der für den Hochinzidenzerlass des Bundes maßgebliche Schwellenwert von 34 mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten überschritten worden. Auch die Bezirke Gmunden und Freistadt könnten demnächst auf ähnliche Maßnahmen zusteuern.

In Oberösterreich wurden am Dienstag 821 Neuinfektionen verzeichnet, die Sieben-Tages-Inzidenz im Bundesland lag bei 387,9 und die Durchimpfungsrate bei 58,7 Prozent. Von den zuletzt 204 Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Spitäler waren 59,8 Prozent nicht vollständig immunisiert, von den 37 Intensivpatienten 75,7 Prozent.

Angesichts der „noch zu niedrigen generellen Impfquote erkranken auch Geimpfte“, erklärte Tilman Königswieser, Leiter des Salzkammergutklinikums und Mitglied des Krisenstabs des Landes. Manche von ihnen würden sogar Krankenhausaufenthalte benötigen, „individuell ist der Verlauf aber trotzdem abgeschwächt“, betonte er. Bei jenen Geimpften, die auf den Intensivstationen landen, handle es sich „fast ausschließlich um Personen mit schweren Grunderkrankungen und eingeschränktem Immunsystem“. Laut Königswieser hätten „gerade diese Patientinnen und Patienten eine hohe Herdenimmunität benötigt“.

Seit Dienstag, bietet das Land Oberösterreich zudem auf www.ooe-impft.at eine Online-Berechnungshilfe an, mit der man den empfohlenen Zeitraum für eine dritte Impfdosis ermitteln kann.

Die Steiermark verschärft die Regeln zur Corona-Bekämpfung ebenfalls deutlich. Wie heute Vormittag bekannt gegeben wurde, gilt künftig wie in Wien in der Nachtgastronomie und bei Events mit mehr als 500 Personen 2G. Das heißt, Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein. Dazu kommt eine FFP2-Pflicht in Kundenbereichen, bei Kulturevents und bei religiösen Zusammenkünften.

Beschäftigte und Besucher in Spitälern, Kuranstalten und Pflegeheimen unterliegen künftig einer PCR-Test-Pflicht, wenn sie nicht genesen oder geimpft sind. In Ordinationen gilt selbiges für das Personal. In Kraft treten die neuen Regeln am 8. November.

Schwerpunkt-Testaktionen im Burgenland

Ebenso aufgrund der steigenden Coronainfektionszahlen sind im Burgenland neue Schwerpunkt-Testaktionen geplant. In mehreren Gemeinden, in denen die Infektionszahlen besonders rasch in die Höhe geklettert sind, werden in den nächsten Tagen PCR-Teststraßen ohne Anmeldung eingerichtet. Am Dienstag meldete der Koordinationsstab Coronavirus 112 Neuinfektionen und einen Todesfall. Die Sieben-Tages-Inzidenz betrug 159,8.

Die Bevölkerung von Wulkaprodersdorf und Siegendorf (Bezirk Eisenstadt Umgebung) ist aufgerufen, die PCR-Teststraße am Donnerstag in der Mehrzweckhalle aufzusuchen. In Steinbrunn ist eine solche am Freitag im Gemeinschaftshaus geöffnet. Dieses Angebot richtet sich an die Bevölkerung von Steinbrunn und Hornstein (Bezirk Eisenstadt Umgebung). Die Teststraßen sind jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Die Tests sind kostenlos.

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