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Ungarn verschärft Maßnahmen bis 22. März

Wegen des Anstiegs der Neuinfektionen und Todesopfer werden die Maßnahmen in Ungarn vom 8. bis 22. März verschärft, kündigte Kanzleiminister Gergely Gulyas am Donnerstag an. Der Handel wird geschlossen, ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und Tankstellen. Auch alle Dienstleistungen werden eingestellt, bis auf jene im privaten Gesundheitswesen. Maskenpflicht im Freien wurde landesweit angeordnet.

red/Agenturen

Volksschulen und Kindergärten bleiben bis 7. April geschlossen. In den anderen Bildungseinrichtungen geht der Online-Unterricht weiter. Parks bleiben offen, Sport im Freien ist erlaubt. Sportliche Wettkämpfe dürfen nur ohne Zuschauer durchgeführt werden. Alle Arbeitgeber sollen, wenn möglich, Homeoffice genehmigen.

Laut Gulyas sollen auch strengere Maßnahmen für Grenzübertritte im Personenverkehr gelten. Der Transitverkehr bleibt unverändert erlaubt. Ab 22. März könnte es stufenweise eine Öffnung geben, wenn die Bürger die Maßnahmen einhalten. Schon bisher waren Hotels, Gastronomie und Kultureinrichtungen geschlossen. Zudem gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20.00 und 5.00 Uhr.

In den vergangenen 24 Stunden wurden mit 6.278 Neuinfektionen und 152 Toten Rekordzahlen für heuer gemeldet. Ungarn habe eine der höchsten Reproduktionszahlen in Europa, betonte der Minister, und unterstrich die Bedeutung der Impfungen. Bisher erhielten rund 785.000 Bürger zumindest die erste Impfung gegen das Virus. Aktuell stehen in Ungarn fünf Impfstoffe zur Verfügung: Pfizer/Biontech, Moderna, AstraZeneca, Sputnik V aus Russland und Sinopharm aus China. Die beiden letzteren wurden noch nicht von der EU-Behörde EMA zugelassen.

Auch Malta verschärft Corona-Restriktionen

Ebenso wegen stark steigender Corona-Zahlen verschärft das kleine EU-Land Malta seine Beschränkungen zum Gesundheitsschutz. Restaurants und Cafés dürfen keine Gäste mehr bewirten, sondern nur noch Gerichte zum Mitnehmen verkaufen, teilte Premierminister Robert Abela in einer Ansprache am Donnerstag mit.

Die Geldstrafen für Betriebe, die gegen die Pandemie-Regeln verstoßen, würden auf 6000 Euro verdoppelt, sagte er. Für private Treffen zu Hause mit Menschen aus anderen Haushalten gelten ebenfalls Beschränkungen. Außerdem dürfen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre keine Kontaktsportarten mehr treiben.

Bars und Nachtclubs sind seit Ende November dicht - und bleiben geschlossen. Die neuen Maßnahmen sollen laut Abela für „einige Wochen“ gelten. Medien nannten das Datum 11. April.

Laufend neue Rekorde bei Infektionen

Die Regierung in dem Inselstaat mit rund 500 000 Einwohnern reagiert auf immer neue Rekorde bei den Infektionswerten. Am Donnerstag nannten die Behörden die Zahl von über 360 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der insgesamt registrierten Fälle steuert auf 24 000 Fälle zu.

Wegen der Entwicklung hatte Deutschland das beliebte Urlaubsland Ende Februar als Hochrisikogebiet eingestuft. Das bedeutet, dass dann schon bei der Einreise von dort nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgezeigt werden muss.

Slowenien verschärft wieder Grenzregime

Slowenien verschärft ab Montag wieder das Grenzregime an den Schengen-Binnengrenzen. „Die Situation verschärft sich wieder. Insbesondere sorgt uns das Eintreten von neuen Virusvarianten, wo wir noch nicht wissen, wie sie auf die Impfung reagieren“, begründete Innenministers Ales Hojs am Donnerstag die Verschärfung der bereits gelockerten Einreisebestimmungen.

Nächste Woche werden wieder Kontrollpunkte eingeführt, an denen die slowenische Polizei wieder ständige Kontrollen durchführen wird. Diese Regelung tritt an den Grenzen zu Österreich, Italien und Ungarn am Montag um 0.00 Uhr in Kraft. Außerdem wird mit 15. März eine wöchentliche Testpflicht für Pendler und andere Gruppen eingeführt, die bisher davon ausgenommen waren.

Aus Österreich wird die Einreise 24 Stunden am Tag nur an den Übergängen Karawankentunnel, Loiblpass, Autobahngrenzübergang Spielfeld und Bad Radkersburg möglich sein, erklärte Hojs. Andere Übergänge, die hauptsätzlich für lokalen Grenzverkehr genützt werden, werden begrenzte Öffnungszeiten haben. Die im Grenzgebiet lebende Bevölkerung wird weiterhin auch alle anderen lokalen Einreisepunkte nützen können, wo stichprobenartig kontrolliert wird.

Wöchentliche Testpflicht etwa für Berufspendler

Für Berufspendler sowie Schüler (ab 13 Jahren), ihre Eltern und Studenten, die zu Bildungs- oder Studienzwecken regelmäßig die Grenze passieren, wird eine wöchentliche Testpflicht eingeführt. Diese wird laut dem Innenminister auch für andere Gruppen, gelten, die bisher von der Test- und Quarantänepflicht ausgenommen wurden.

Ob die Testpflicht für alle bisherigen Ausnahmen gelten wird, ist noch unklar, da die entsprechende Verordnung noch nicht veröffentlicht wurde. Hojs erwähnte bei der Pressekonferenz, dass künftig auch Personen, die in einem anderen EU-Land hilfsbedürftige Personen oder Familienangehörige pflegen und täglich über die Grenze pendeln, sowie Landwirte, die ihr Land auf der jeweils anderen Seite der Grenze bearbeiten, einen negativen Test mitführen werden müssen. Dieser darf nicht älter als sieben Tage ist. Die Testpflicht für Berufspendler und weitere Gruppen wurde schon Anfangs Februar eingeführt, die slowenische Regierung schaffte sie jedoch am Tag des Inkrafttretens gleich wieder ab.

Slowenien hatte an den Schengen-Binnengrenzen seit 13. Februar keine ständigen Kontrollen mehr durchgeführt. Damals wurden die Kontrollpunkte abgeschafft, ins Land konnte man überall einreisen, kontrolliert wurde nur stichprobenartig. Das Innenministerium begründete die Lockerungen mit der Tatsache, dass Nachbarländer ein wesentlich besseres epidemiologisches Bild als Slowenien abgeben und die Einreise in ihre Länder beschränken. In solch einer Situation stand laut dem Ministerium das Eintragen von neuen hochinfektiösen Virusvarianten „nicht im Hauptfokus“.

Südafrikanische Variante im Land

Die Verschärfung der Einreiseregel wurde wieder aktuell, nachdem vergangene Woche ein bereits gegen Corona geimpfter Arzt von seinem Urlaub in Namibia die südafrikanische Virus-Variante ins Land einschleppte. Das gilt als der erste in Slowenien bestätigte Fall der Südafrika-Variante. Anfang der Woche kündigte Hojs an, dass das Grenzregime wegen „Verantwortungslosigkeit von Einzelpersonen“, die aus exotischen Ländern zurückkehren, bald verschärft werde. Als Beispiel nannte er explizit Urlauber, die aus Sansibar zurückkehren, in Wien landen und an der slowenischen Grenze angeben, lediglich in Österreich gewesen zu sein.