Vorarlberger Spitäler fahren OP-Kapazitäten zurück

Die Vorarlberger Spitäler müssen infolge der hohen Anzahl an Corona-Patienten ihre Operationskapazitäten weiter einschränken. In Bregenz werden zwei von fünf OP-Sälen geschlossen, in Dornbirn zwei von sechs. In Feldkirch werde die Operationskapazität schrittweise um 25 Prozent reduziert, informierte am Dienstag Gerald Fleisch, Direktor der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft. Die Inbetriebnahme des Notversorgungszentrums in Dornbirn sei aber noch nicht notwendig.

red/Agenturen

Laut Fleisch waren in den Vorarlberger Krankenhäusern am Dienstag zwar noch etwa 30 Intensivbetten (von 68) frei, „das heißt aber nicht, dass das Personal nicht schon längst am Anschlag ist“. Rund 400 Spitalsmitarbeiter fielen aktuell aufgrund einer Corona-Infektion (106), infolge Quarantäne (16) oder anderen Erkrankungen aus. Am Dienstag wurden in Vorarlberg 115 Corona-Patienten stationär betreut, 22 davon benötigten intensivmedizinische Hilfe. 83 Prozent der Intensivpatienten waren ungeimpft. Schon am Montag hatte die Krankenhaus-Betriebsgesellschaft ein Besuchsverbot für die Krankenhäuser ausgegeben.

Im Notversorgungszentrum in Dornbirn könnten 200 Covid-19-Erkrankte betreut werden, allerdings keine schweren Fälle. Es musste seit Beginn der Pandemie noch nicht in Betrieb genommen werden. Nächsten Dienstag erfolge diesbezüglich die nächste Prüfung, sagte Fleisch.

Positive Bilanz der Vorarlberger Impftage 

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) zog Bilanz über die Vorarlberger Impftage von 11. bis 21. November. Von 50.000 zur Verfügung stehenden Impfterminen wurden 49.951 in Anspruch genommen. In 10.297 Fällen handelte es sich um Erstimpfungen. Rüscher betonte, dass man das Impf- und Testangebot im Land weiter ausbauen werde. Sollte die Corona-Impfung auch für Kinder zugelassen werden, so werde man sofort - schon am Wochenende - mit Impfungen beginnen, so die Landesrätin. Sie wies dezidiert darauf hin, dass aktuell jeder dritte positive Coronatest auf die Altersgruppe der Unter-15-Jährigen entfalle.

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP), die den an Corona erkrankten Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) vertrat, hielt es für wichtig, dass die Schulen offen bleiben und weiter Präsenzunterricht stattfindet. Am Montag wurde bei 102 Schülern das Coronavirus per Antigentest nachgewiesen, dazu gab es 60 positive PCR-Tests, deren Ergebnis am Dienstagvormittag vorlag. Aktuell waren 1.632 Schüler (von rund 54.000) mit dem Coronavirus infiziert, 171 Schüler galten als Verdachtsfälle. 35 von rund 2.800 Klassen waren aufgrund von zwei oder noch mehr Corona-positiven Schülern abgesondert.

Rüscher und Fleisch appellierten einmal mehr an die Bevölkerung, das Impfangebot wahrzunehmen. „Jede vor Weihnachten verabreichte Impfung hilft uns, die Situation im Jänner und im Februar besser bewältigen zu können“, so Rüscher. Fleisch stellte fest: „Die Impfung ist der neue Applaus.“

Mehr Patienten in Vorarlberger Spitälern, drei Todesfälle

Die Zahl der Corona-Patienten in den Vorarlberger Krankenhäusern ist über das Wochenende angewachsen. Am Montag wurden 139 Personen (plus drei seit Samstag) stationär betreut, davon 29 (plus vier) auf Intensivstationen. Laut Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sollte der Höhepunkt in der Spitalsbelegung in dieser Woche erreicht werden, noch waren 21 Intensivbetten verfügbar. Drei Corona-Erkrankte sind am Sonntag in den Vorarlberger Spitälern gestorben.

In Bezug auf die Infektionen bestätigte sich der Abwärtstrend. Am Sonntagabend wurden bei 291 Neuinfektionen und 480 Genesungen 10.635 Infizierte ausgewiesen. Auch bei der Sieben-Tages-Inzidenz (Sonntag: 1.020,9 Fälle auf 100.000 Einwohner) war eine deutliche Reduktion erkennbar.

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