Corona-Verordnungen

Weiterhin Länder-Vielfalt in den Kindergärten

Während seit vergangener Woche das bundesweite Sicherheitskonzept für die heimischen Schulen bekannt ist, wird der Betrieb in den Kindergärten weiterhin je nach Bundesland unterschiedlich ablaufen. So setzt man etwa im Osten auf Tests auch für Kinder, in der Steiermark auf die 3-G-Regel und in Salzburg auf Luftfilter. Da Kindergärten Ländersache sind, ist das Bildungsministerium zwar formal nicht für diese zuständig, plant aber zumindest Empfehlungen.

red/Agenturen

Zusätzlich hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angekündigt, Kindergärten auch in einem Teil seines geplanten Frühwarnsystems zu berücksichtigen: Bei 116 Kläranlagen sollen Abwasseranalysen durchgeführt und so steigendes Infektionsgeschehen frühzeitig erkannt werden. Bei erhöhtem Risiko in einer Region sollen dann vom Ministerium neben den Schulen auch die Kindergärten vorgewarnt werden, um dann regional mit schärferen Sicherheitsmaßnahmen reagieren zu können.

Während an den Schulen in den ersten zwei Wochen intensiv getestet wird, um infizierte Reiserückkehrer auszuschließen, gibt es in den Kindergärten keine derartige verpflichtende Sicherheitsphase. In mehreren Bundesländern wird lediglich auf die allgemeinen Vorgaben des Bundes für Reiserückkehrer verwiesen. In Wien werden Reiserückkehrer zum Testen bereits vor dem Wiedereinstieg in den Kindergarten aufgerufen, in Tirol gilt dieser Aufruf für alle Reiserückkehrer ab sechs Jahren.

Auch danach will Wien im Kindergarten auf Testen setzen. Im Büro des zuständigen Stadtrats Christoph Wiederkehr (NEOS) verweist man darauf, dass das Gratis-PCR-Testangebot „Alles Gurgelt“ auch für die meisten Kindergartenkinder nutzbar ist. Die Details zu den Corona-Schutzmaßnahmen in Kindergarten und Schule sollen kommende Woche präsentiert werden. Die Mitarbeitertests werden jedenfalls weiter durchgeführt, auch Geimpfte sollen laut Empfehlung der Stadt freiwillig weiter zweimal pro Woche testen. Für Neueinstellungen in den städtischen Kindergärten soll außerdem ab Herbst eine Corona-Impfpflicht gelten.

Von Luftfiltern bis Bildungsampel

In Niederösterreich sollen die Details des Corona-Sicherheitskonzepts in Kindergärten laut dem Büro von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) in den nächsten Tagen kommuniziert werden. Fix ist, dass die mit Mitte Mai auf alle Einrichtungen ausgerollten Antigen-Schleckertests auch künftig zur Anwendung kommen, außerdem gilt für Neuaufnahmen in den Kindergärten im Bundesland künftig eine Corona-Impfpflicht.

In anderen Bundesländern sieht man indes keine Notwendigkeit für ein Testen von Kindergartenkindern. Laut Verordnung des Bundes sei derzeit keine Testpflicht für Kinder unter zwölf Jahren vorgesehen, heißt es aus Kärnten. Regelmäßige Testungen bei unter Sechsjährigen werden kritisch gesehen und sollten nur anlassbezogen erfolgen, wird in der Steiermark betont. Stattdessen setzt man dort auf die 3-G-Regel für alle Personen ab 12 Jahren. Wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist, muss im Kindergarten durchgängig Maske tragen.

In Oberösterreich laufen unterdessen noch Überlegungen und Planungen zu Tests und zu Regelungen je nach Infektionsgeschehen, etwa einer „Ampelregelung“. Dabei wolle man sich an den geplanten Empfehlungen des Bildungsministeriums orientieren. Auch in Kärnten und der Steiermark ist wieder eine „Ampelregelung“ angedacht, um auf das regional unterschiedliche Infektionsgeschehen eingehen zu können.

In Salzburg setzt Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) auf die aus ihrer Sicht bewährte „Bildungsampel“, die sich am Infektionsgeschehen in den Bezirken orientiert. Außerdem soll der Einsatz von Luftfiltern für zusätzliche Sicherheit sorgen, in Salzburg wird deren Anschaffung zu 50 Prozent gefördert.

In Tirol sieht man die Verantwortung in Sachen Luftfilter unterdessen bei den Gemeinden als Erhalter der Kindergärten, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). Eine einheitliche Gesundheitsstrategie des Bundes für Kindergärten wäre sinnvoll und begrüßenswert, hieß es. Keine Rückmeldung gab es vorerst aus Vorarlberg und dem Burgenland.

 

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