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Corona-Impfung

Wien buchte Impftermine für alle Ungeimpften

Wienerinnen und Wiener, die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, bekommen demnächst einen Brief von der Stadt: Das Schreiben besteht laut „Österreich“ und „wien.orf.at“ aus einer Einladung zum Impfen inklusive bereits reserviertem Termin. Außerdem beinhaltet der Brief eine Erklärung, warum die Impfung wichtig ist bzw. eine Aufklärung über die gängigsten Impfmythen. Die neue Wiener Verordnung - mit einmal mehr verschärften Coronabestimmungen - tritt ab Freitag in Kraft.

red/Agenturen

„Ihr persönlicher Termin für die COVID-Schutzimpfung ist da!“, heißt es in dem Brief an die Ungeimpften. Für jede Adressatin bzw. jeden Adressaten des Anschreibens wurde ein Impftermin in der Impfstraße im Austria Center Vienna vereinbart. Für die erste Tranche ist dieser am 26. November. Wer den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnehmen kann oder möchte, wird gebeten, den Termin zu stornieren bzw. zu verschieben.

Abgesehen von den gesundheitlichen Aspekten der Schutzimpfung wurde in dem Brief auch prognostiziert: „Mit fortschreitender Dauer der Pandemie werden in ganz Österreich - zum Schutz aller - immer mehr Bereiche auf die 2G-Regel (Zutritt nur für vollständig geimpfte Personen oder Genesene) umgestellt werden.“

Andere Bundesländer werden folgen

Gespräche zu einem derartigen Anschreiben an Ungeimpfte mit bereits reserviertem Impftermin gebe es auch mit anderen Bundesländern, aber Wien ist das erste Bundesland, das den Brief auch versendet, sagte eine ÖGK-Sprecherin der APA. Ob andere folgen werden ist offen. Bereits beschlossen wurde jedoch ein Brief an die Ungeimpfte von der ÖGK. In diesem Brief sollen sie über ihr erhöhtes Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs bei einer Infektion informiert werden. Das Schreiben wird österreichweit an die betreffenden Personen adressiert.

Niederösterreichs Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka teilte der APA mit, dass Niederösterreich „seit Monaten“ die Möglichkeit eines derartigen Schreibens an Ungeimpfte einfordere: „Und wir werden seit Monaten von Gesundheitsministerium und ÖGK vertröstet. Weil angeblich die gesetzlichen Grundlagen fehlen. Jetzt wird plötzlich einem einzigen Bundesland ermöglicht, worauf alle Bundesländer seit Monaten warten.“ In einer der größten Gesundheitskrisen, die wir jemals hatten, „müssen alle an einem Strang ziehen“, hielt Chwojka fest: „Ein gemeinsames Vorgehen in der Pandemiebekämpfung bedeutet Sicherheit für die Bevölkerung.“

Wiener Verordnung tritt jedenfalls morgen in Kraft

Die neue Wiener Verordnung - mit einmal mehr verschärften Coronabestimmungen - tritt jedenfalls mit morgen, Freitag, in Kraft. Dass derzeit auch über einen weiteren bundesweiten Lockdown spekuliert wird, ändert daran nichts. Das hat ein Sprecher von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gegenüber der APA bekräftigt. Befristet ist das Regelwerk vorerst bis 26. November, da auch die Bundesverordnung, auf die man aufsetze, nur bis dahin gelte, wurde betont.

Kern der neuen Maßnahmen ist unter anderem die sogenannte 2Gplus-Regel, die in bestimmten Bereichen kommt, und eine restriktivere Maskenpflicht. In der Bundeshauptstadt dürfen künftig etwa Lokale der Nachtgastronomie und "Zusammenkünfte" ab 25 Personen nur mehr besucht werden, wenn geimpfte oder genesene Personen auch ein PCR-Testergebnis vorweisen. 2Gplus gilt künftig also etwa bei größeren Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich. Ob diese indoor oder outdoor stattfinden, ist dabei egal.

In Ausnahmefällen kann auch ein Antigentest reichen, nämlich etwa dann, wenn ein PCR-Test nachweislich nicht verfügbar war. Auch wenn der Test nicht zeitgerecht ausgewertet wurde, kann ein Schnelltest zur Anwendung kommen. Zudem gilt die Verpflichtung nicht, wenn innerhalb der vergangenen 40 Tagen eine Covid-Erkrankung überstanden wurde. Für Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren gilt die 2,5G-Regel. Das bedeutet, dass auch ein PCR-Test allein anerkannt wird.

Auch die FFP2-Maskenpflicht wird ausgeweitet, nämlich auf alle nicht privaten Innenräume. In der Gastronomie müssen Gäste wieder zur Maske greifen, wenn sie zum Platz oder auf die Toilette gehen. Für das Personal gilt dies generell - und zwar auch für jenes im Handel und bei körpernahen Dienstleistern. In Sachen Arbeitsplatz wird festgehalten, dass Arbeitnehmer bzw. Inhaber beim Betreten von Orten beruflicher Tätigkeit in geschlossenen Räumen eine FFP2-Maske tragen müssen. Dies gilt dann, „wenn ein physischer Kontakt zu anderen Personen nicht ausgeschlossen werden kann und das Risiko einer Infektion nicht durch sonstige Maßnahmen minimiert wird“.

 

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