Sputnik-V-Marketing attackiert Vertreterin von AGES und EMA

Die Vermarkter des russischen Impfstoffs Sputnik-V fordern eine Entschuldigung von der AGES-Abteilungsleiterin Christa Wirthumer-Hoche. Die Chemikerin, die als Vertreterin Österreichs Vorsitzende des Verwaltungsrats der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ist, hatte am Sonntag in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ vor Sputnik-V-Notfallzulassungen gewarnt und diese mit „russischem Roulette“ verglichen. Der Vergleich sorgte offenbar für Unmut bei dem Impfstoffhersteller.

red/Agenturen

„Wir fordern von Christa Wirthumer-Hoche von der EMA eine öffentliche Entschuldigung für ihre negativen Kommentare zur Direktzulassung von Sputnik-V durch einzelne EU-Staaten", schrieben die Verantwortlichen des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFPI) in der Nacht auf am Dienstag auf Twitter. Wirthumer-Hoches Kommentare würden zu ernsten Fragen in Bezug auf eine mögliche politische Einmischung in das laufende EMA-Prüfverfahren führen, hieß es.

Die Kommentare seien unangemessen und würden die Glaubwürdigkeit der EMA und ihres Prüfverfahren untergraben, kritisierten die Russen. „Solche Statements habe die EMA in Bezug auf keinen anderen Impfstoff zugelassen", polterten die Vermarkter. Als Mitglied des EMA-Verwaltungsrats ist Wirthumer-Hoche freilich keine Person, die etwaige Anordnungen der Agentur selbst ausführen müsste.

 
© medinlive | 12.05.2021 | Link: https://medinlive.at/index.php/gesundheitspolitik/sputnik-v-marketing-attackiert-vertreterin-von-ages-und-ema