Corona-Impfstoff
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Ärzte ohne Grenzen: Mehr Einsatz für faire Verteilung

Die Ärzte ohne Grenzen fordern von der österreichischen Regierung mehr Einsatz für eine gerechte Verteilung der Corona-Impfstoffe auch an ärmer Länder. „Hier trägt auch Österreich eine wichtige Verantwortung - ganz speziell das Gesundheitsministerium, das derzeit in Abstimmung mit der EU über Impfstoff-Kontingente verhandelt“, betonte Marcus Bachmann, Berater für humanitäre Angelegenheiten von Ärzte ohne Grenzen Österreich, am Freitag in einer Aussendung.

red/Agenturen

„Leider ist derzeit nicht zu erkennen, wie Österreich auch über seine Grenzen hinaus zu einer gerechten Impfstoff-Verteilung beitragen will“, kritisierte er. „Angesichts der Corona-Pandemie muss unbedingt sichergestellt werden, dass die neuen Impfstoffe wirklich allen Menschen zur Verfügung stehen, nicht nur jenen in reichen Ländern.“ Das würde zum Verlust von vielen zusätzlichen Menschenleben führen, hieß es. Es würde zudem die Zeit verlängern, bis die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden kann, möglicherweise um viele Jahre.

Eine Almosen-Mentalität, wobei Impfstoffe ärmeren Ländern höchstens dann verkauft oder kostenlos zur Verfügung gestellt würden, wenn diese hier nicht zur Verwendung kommen, sei einem Land wie Österreich und auch der Europäischen Union nicht würdig. Es brauche ein koordiniertes, solidarisches, internationales Vorgehen. „Diese Pandemie ist nur dann besiegt, wenn sie überall besiegt ist“, sagte Bachmann.

 

„Diese Pandemie ist nur dann besiegt, wenn sie überall besiegt ist.“ Marcus Bachmann, Berater für humanitäre Angelegenheiten von Ärzte ohne Grenzen Österreich
 
© medinlive | 03.03.2021 | Link: https://medinlive.at/index.php/gesundheitspolitik/aerzte-ohne-grenzen-mehr-einsatz-fuer-faire-verteilung