Coronavirus

Augen in der Krise: 18 Prozent Masken-assoziiert trocken

Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Augengesundheit aus: Erste Zahlen zeigen, dass fast jeder Fünfte aufgrund des Maskentragens trockene Augen bekommt. 18 Prozent von 3.605 Befragten hatten dies in Italien angegeben, hieß es bei einer Online-Pressekonferenz der Bundesinnung der Augen- und Kontaktlinsenoptiker und der Fachhochschule (FH) Gesundheit in Innsbruck. Noch heuer kommen einige vielversprechende Innovationen im Bereich Augenoptik auf den Markt.

red/Agenturen

Im Juni 2020 wurde das „Masken-assoziierte trockene Auge“ (MATA) erstmals von amerikanischen Ärzten diagnostiziert, so Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker. „Die Atemluft streicht beim Maskentragen nach oben über die Augen und trocknet diese aus.“ Nachbenetzungstropfen wären sinnvoll, um das Trockenheitsgefühl zu reduzieren, die beste Vorbeugung gegen MATA sei aber eine gut sitzende Maske.

Weitere Erkenntnisse hätten gezeigt, dass sich bei 27 Prozent von denjenigen, die bereits davor an trockenen Augen litten, das Problem aufgrund der Masken verschärft hatte. Frauen sind stärker betroffen als Männer. „Je länger man untertags die Maske trägt, desto stärker die Symptome“, erläuterte Gschweidl.

Neue Gläser für Kurzsichtigkeit bei Kindern

Grundsätzlich nehme Kurzsichtigkeit schon im Kindesalter zu, und auch das alternde Auge brauche „dringend Unterstützung“. Die Forschung bietet aktuell einige vielversprechende Innovationen: Neue Brillengläser können ab heuer die fortschreitende Kurzsichtigkeit bei Kindern einbremsen und Kontaktlinsen Altersweitsichtigkeit „über Nacht“ reduzieren.

Die Brillengläser, die das „larmierende Problem der zunehmenden Kurzsichtigkeit bei Kindern“ einbremsen sollen, sind ab April erstmals auf dem österreichischen Markt erhältlich. In Asien sind rund 80 Prozent der Bevölkerung in kurzsichtig, so der Myopiespezialist und Tiroler Landesinnungsmeister Optiker Christian Isser. In Europa dürfte dies bis 2050 die Hälfte der Kinder und Jugendlichen betreffen. Dies dürfte neben genetischen Ursachen auch auf Faktoren wie die Zunahme der Naharbeit und Verstädterung zurückzuführen sein.

Das Besondere an den neuen Gläsern sei ihre hohe Wirksamkeit. Der Einsatz sei vor allem bei Schulkindern sinnvoll, bei denen sich die Myopie noch im Anfangsstadium befindet. Einer Untersuchung an 160 chinesischen Schulkindern zufolge stieg die Kurzsichtigkeit um 59 Prozent weniger stark an; bei 22 Prozent in zwei Jahren gar nicht mehr. Man wolle vor allem einen pathologisch hohen Wert von sechs Dioptrien oder mehr verhindern.

Kontaktlinsen für Altersweitsichtigkeit

In Sachen Altersweitsichtigkeit setzt man auf sogenannte multifokale Orthokeratologie-Kontaktlinsen: Diesen werden üblicherweise bei Kurzsichtigkeit eingesetzt, schilderte der Leiter des neuen Studiengangs Augenoptik an der FH Gesundheit in Innsbruck, Gustav Pöltner. Die Ein-Stärken-Kontaktlinsen werden über Nacht getragen und wirken sich formend auf die Augen aus. Sie reduzieren den Effekt der Fehlsichtigkeit - und zwar sowohl Fern- als auch Nahsicht gleichzeitig und man ist untertags nicht so stark auf Brillen oder Kontaktlinsen angewiesen.

Die multifokale Orthokeratologie-Kontaktlinse ist besonders für Personen ab 45 Jahren bei Kurzsichtigkeiten bis minus 4,5 Dioptrien und Weitsichtigkeiten bis plus 2,0 Dioptrien geeignet. Die Korrektur ist zwar nicht von permanenter Dauer, aber wenn die Linsen in der Nacht mindestens sechs Stunden getragen werden, brauche man am nächsten Tag keine Brille, erklärte Pöltner.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch der Innovation-Studiengang Augenoptiker vorgestellt, der an der FH Gesundheit im Oktober startet. Augenoptiker wird damit erstmals ein akademischer Beruf. Das Angebot richte sich an Maturanten, aber auch ausgewählte Berufsgruppen wie Augenoptiker, Feinoptiker oder Hörgeräteakustiker, die sich unter Absolvierung von Zusatzprüfungen bewerben können.
 

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