Coronavirus

Weltschlaftag im Zeichen der Pandemie

Immunsystem, Konzentration, und Leistungsfähigkeit brauchen ausreichend Erholungsphasen. In unsicheren Zeiten schlafen viele Menschen schlecht oder wenig. Schlaf- und Traumforscherin Brigitte Holzinger hat erstmals gleich zu Beginn des ersten Lockdown eine Befragung in Österreich bezüglich Schlafqualität und Tagesschläfrigkeit durchgeführt und setzt diese Studien derzeit fort. Erste Ergebnisse präsentierte sie im Rahmen eines virtuellen Pressegesprächs am Donnerstag.

red/Agenturen

Rund 80 Personen waren vor rund einem Jahr von Anfang April bis Mitte Mai befragt worden und es habe sich überraschenderweise gezeigt, dass die Menschen länger und besser geschlafen hätten und weniger müde waren. Holzinger ortete einen gewissen Aufholbedarf einer chronisch übermüdeten Gesellschaft. Gleich von Beginn an habe man Kontakt mit dem Gesundheitsministerium aufgenommen und gefordert, der Bevölkerung aktiv die zentrale Rolle von erholsamem Schlaf nahezubringen.

An einer zweiten Untersuchung auf drei Kontinenten in 15 Ländern im Juni und Juli nahmen 855 Österreicher per Fragebogen teil. Es zeigte sich, dass zu diesem Zeitpunkt sowohl weniger als auch weniger gut geschlafen wurde. Frauen waren mit rund 30 Prozent besonders betroffen, aber auch jeder zehnte Mann, so die Expertin anlässlich des Weltschlaftages am Freitag. Sie plädierte, Schlaf als „bewussten Akt“ zu sehen, den es zu planen gilt bzw. müsse jeder seinen eigenen Rhythmus finden.

Die Jüngeren sind laut Reinhold Kerbl vom LKH Hochsteiermark/Leoben, Abteilung für Kinder und Jugendliche, neuesten Erkenntnissen zufolge tendenziell eher Nachteulen als Frühaufsteher. Viele haben im Homeschooling länger geschlummert als vorher.

Die österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin will im Rahmen des jährlichen Weltschlaftages am 19. März unter dem Motto „Regular Sleep, Healthy Future“ auf das Thema Schlafstörungen und Erkrankungen wie die sogenannte Obstruktive Schlafapnoe (OSA) aufmerksam machen.

Details zur ICOS Studie „Schlaf und Traum unter COVID-19“ ab 20.3.