Deutschland

Regierung will Wartezeiten auf Arzttermin verkürzen

Deutsche Ärzte müssen in Zukunft mehr Sprechstunden anbieten, damit Patienten nicht lange auf einen Termin warten müssen, sieht ein verabschiedeter Gesetzentwurf vor.

red/Agenturen

Kassenpatienten in Deutschland sollen künftig schneller einen Arzttermin bekommen. Das deutsche Bundeskabinett verabschiedete dazu am Mittwoch einen Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn. Dieser sieht vor, dass Ärzte in Zukunft statt 20 mindestens 25 Wochenstunden als Sprechstundenzeiten anbieten müssen. Bestimmte Arztgruppen, wie Augen- und Frauenärzte sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, werden zudem verpflichtet, mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne Termin anzubieten.

Leistungen zusätzlich vergütet

Diese Leistung sollen die Ärzte zusätzlich zu ihrem bisherigen Budget bezahlt bekommen. Zusätzlich vergütet werden soll es nach Spahns Plänen auch, wenn ein Hausarzt seinem Patienten einen Facharzttermin vermittelt. „Gesetzlich Versicherte warten zu oft zu lange auf Arzttermine“, erklärte Minister Spahn. Das solle zusammen mit den Ärzten geändert werden.

Es solle sich für Ärzte lohnen, Patienten zeitnah einen Termin zu geben, fügte der Minister mit Blick auf den Ausbau der Vergütung hinzu. Mit dem Gesetzentwurf sollen die Aufgaben der Terminservicestellen erweitert werden. In unterversorgten ländlichen Räumen müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen künftig eigene Praxen eröffnen oder Versorgungsalternativen wie Arztbusse oder Online-Sprechstunden anbieten.

Spahns Gesetzentwurf sieht zudem einige Leistungsverbesserungen vor. So sollen Versicherte mit einem hohen Risiko einer HIV-Infektion Anspruch auf Präexpositionsprophylaxe (PrEP) erhalten. Die dafür erforderliche ärztliche Beratung sowie Untersuchungen und Arzneimittel werden von den Kassen künftig erstattet.

PHC
Das Modell der unbefristeten Tätigkeit richte sich an jene Kassenärzte, in deren Ordinationen zum Beispiel aufgrund der demografischen Entwicklung das Patientenaufkommen dauerhaft hoch ist.
Stefan Seelig