Delta-Variante: Fehlende PCR-Tests machen Lage unübersichtlich

Die indische nun Delta genannte Corona-Variante wird Europa in Bälde auf Trab halten. Wie schnell diese ansteckendere und wohl gefährlichere Variante in Österreich am Vormarsch ist, kann die Ampel-Kommission allerdings nicht wirklich seriös einschätzen. Einer der Gründe dafür ist, dass die verlässlichen PCR-Tests großflächig nur in Wien eingesetzt werden. Nunmehr gibt es sogar Überlegungen, nur diese an Orten zu akzeptieren, an denen sich vor allem Jugendliche treffen.

red/Agenturen

Wie aus dem internen - der APA vorliegenden - Protokoll der Kommission hervorgeht, wurden in Wien zuletzt 20.000 PCR-Tests je 100.000 Einwohner durchgeführt, während es im nächstfolgenden Bundesland Niederösterreich gerade einmal 1.559 waren. Dies hat nicht nur deshalb Bedeutung, weil die PCR-Tests wesentlich verlässlicher sind als Antigen-Tests sondern weil sie auch Basis für die Sequenzierungen sind, mit denen man die Varianten feststellt.

Derzeit geht man in der Kommission davon aus, dass mehr als sechs Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante entfallen. Dies Zahl könnte überschätzt, aber eben auch unterschätzt sein und zwar für die Bundesländer außer Wien, eben wegen der fehlenden PCR-Tests. In der Bundeshauptstadt wiederum erkennt man aktuell eine Verdoppelung der Delta-Fälle. In der AGES sieht man keinen Grund zu glauben, dass das in den übrigen Ländern anders sein sollte. Allerdings gibt es auch Stimmen in der Kommission, die meinen, die Antigen-Tests reichen, weil bei positiven Befunden ohnehin PCR nachgetestet wird.

Dass Test nicht Test ist, hat sich jüngst bei einem Cluster im Bezirk Oberwart gezeigt. Hier war ein Nasenvorhof-Schultest als Eintrittstest in ein Nachtlokal verwendet worden. Andiskutiert wurde daher in der Ampel-Kommission, in Settings wo sich primär junge, ungeimpfte Personen aufhalten, nur PCR-Gurgeltests als Eintrittstests zuzulassen. Chief Medical Officer Katharina Reich schlägt zumindest vor, mit Testbussen zu operieren, um zeitnahe Ergebnisse (von Antigen-Tests) zu generieren.

Wiewohl auch in der Kommission die Gefahr einer baldigen neuen, Delta-basierten Welle gesehen wird, erwägt man gar eine System-Umstellung in Richtung nur noch stichprobenartiger Tests. Vertreter des Gesundheitsministeriums verweisen darauf, dass das Testangebot in manchen Bundesländern mangels Interesse der Bevölkerung und hohen Personalaufwands schon jetzt reduziert wird und man daher überlegen muss, welches Angebot jedenfalls aufrecht erhalten werden müsse. Es solle verhindert werden, das Testangebot zu weit zu reduzieren. Die Vertretung Wiens in der Kommission warnt eindringlich davor zurückzuschrauben. Schließlich bereite man sich derzeit auf die Verdrängung durch eine neue Variante vor, deren Auswirkungen beträchtlich sein könnten

Labor von AstraZeneca
Die Erwartung der Forschenden war, dass eine Immunreaktion auf die Peptide erfolgen würde, jedoch kam es nur gegenüber dem intakten, dreidimensional gefalteten Spikeprotein zu Antikörperbildung.
AstraZeneca