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Wiener Hausärzte fordern „Parkpickerl“ für Ordinationsstandort

Die Wiener Hausärzte bekräftigen ihre Forderung nach einer Ausnahmegenehmigung für Kurzparkzonen am Ordinationsstandort - also nach einem eigenem „Parkpickerl“. Mediziner:innen die nicht im Bezirk ihrer Ordination wohnen, würden dies dringend brauchen, versicherte Naghme Kamaleyan-Schmied, die Obfrau der Sektion Allgemeinmedizin der Wiener Ärztekammer, am Freitag in einer Aussendung.

red/Agenturen

Noch dringender werde das Problem durch die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf ganz Wien, die am 1. März erfolge, hieß es. Versprechen der Stadt nach mehr Flexibilität seien nicht eingehalten worden, beklagte sie. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können ihr privates Fahrzeug, mit dem sie zu Visiten fahren, nicht vor oder in der Nähe der eigenen Ordination parken, sofern der Ordinationsbezirk nicht gleichzeitig auch der Wohnbezirk ist.

Anders als jedem Gewerbebetrieb verweigert die Stadt Wien nach wie vor den niedergelassenen Ärzti:nnen das dafür notwendige Parkpickerl für den Ordinationsstandort. So erhalten etwa gesundheitsnahe Berufe, die als Gewerbetreibende Mitglieder der Wirtschaftskammer sind (zum Beispiel Masseure oder Fußpflegerinnen), das Parkpickerl für den Betriebsstandort für knapp 200 Euro pro Jahr. Niedergelassenen Ärzt:innen wird von der Stadt Wien lediglich ein eingeschränktes Parkpickerl für die Ordination mit einer Parkdauer von einer Stunde über den Ordinationszeiten angeboten – das aber um mehr als den zehnfachen Preis, um den es Gewerbebetriebe für den ganzen Tag erhalten.

Für schnelleren Ablauf von Hausbesuchen essentiell

„Abgesehen von der Ungleichbehandlung von Gewerbebetrieben und Ordinationen durch die Stadt Wien reicht die eine Stunde über die Ordinationszeit nicht aus, denn wir Kassenärzte sind täglich noch weitaus länger in der Ordination beschäftigt, bevor wir zur Visite fahren können. Da müssten wir dann zusätzlich Parkscheine lösen“, erläuterte sie.

Die Parkmöglichkeit in der Nähe der Ordination sei für einen einfacheren und vor allem schnelleren Ablauf von Hausbesuchen bei den Patient:innen notwendig. Denn diese würden oft mit dem Auto durchgeführt. „Sofern die Kolleginnen und Kollegen aber nicht im Bezirk ihrer Ordination auch wohnen, müssen sie zunächst den Pkw von zu Hause abholen, weil sie mit diesem nicht vor ihrer Ordination parken dürfen.“ Dabei vergehe wertvolle Zeit.

Kamaleyan-Schmied verwies auf eine Petition, die dieses Anliegen unterstützt - und für die in Wiener Ordinationen Unterschriftenlisten aufgelegt worden sind. „Innerhalb kürzester Zeit wurde die nach wie vor laufende Petition von 5.000 Patient:innen unterschrieben.“

 

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Naghme Kamaleyan Schmid
Naghme Kamaleyan-Schmied, die Obfrau der Sektion Allgemeinmedizin der Wiener Ärztekammer, plädiert für ein Parkpickerl, das Ärzt:innen Hausbesuche deutlich erleichtern soll.
Stefan Selig