Welttag des Albinismus

Betroffene leben in Afrika in Angst

Menschen mit Albinismus leiden oft unter starken Sehbehinderungen oder Blindheit und brauchen besonderen Schutz für Augen und Haut. In Afrika werden Leuten mit Hautpigmentierungsstörungen magische oder übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Sogenannte Albinos werden gejagt, verstümmelt und getötet, berichtete Licht für die Welt anlässlich des morgigen Welttages des Albinismus.

red/Agenturen

Albinismus kommt in Afrika viel häufiger vor als in den USA oder Europa, Hunderttausende werden dort mit diesem Gendefekt geboren. Der Aberglaube in den afrikanischen Ländern führt so weit, dass sogar Leichen ausgegraben und ihre Körperteile verkauft werden.

Cristina Alberto Humo lebt als Frau mit Albinismus in Mosambik. Die 45-jährige Kämpferin für die Rechte von Menschen mit Albinismus hat Tränen in den Augen, als sie erzählt, wie sie auf der Straße bespuckt wurde. Das soll im Aberglauben helfen, dass sich andere, denen sie begegnet, nicht mit Albinismus „anstecken“. Zeit ihres Lebens hat sie Todesangst. Die Fachorganisation Licht für die Welt und ihre lokalen Partner in Mosambik und Burkina Faso unterstützen Menschen mit dem Gendefekt.

Kampf gegen Diskriminierung und Aberglaube

„In der Klasse bat ich den Lehrer, dass ich mich näher an die Tafel setzen darf. Als der Lehrer mich einfach ignorierte, musste ich die Schule verlassen, weil ich die Wörter an der Tafel nicht lesen konnte“, schildert Cristina ihren Leidensweg. Als sie jung war litt sie stark unter der Diskriminierung, weil sie eine andere Hautfarbe hat. „Auf der Straße hatte ich Angst, dass mir jemand einen Arm, ein Bein oder ein anderes Körperteil abschneidet.“ Cristinas Angst ist berechtigt: 2017 wurden in Mosambik mehr als 50 Menschen mit Albinismus aus abergläubischen Motiven entführt und ermordet.

Als Betroffene hält Cristina Vorträge an Schulen, in Gemeinden und Krankenhäusern und erzählt ihre persönliche Geschichte und kämpft gegen Diskriminierung und Aberglauben. Sie hat selbst drei Brüder mit Albinismus. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Sozialarbeiterin in der gemeindenahen Rehabilitation, einer ganzheitlichen Methode zur physischen Rehabilitation und sozialen Inklusion von Menschen mit Behinderungen für die Partnerorganisation Orebacom von Licht für die Welt. Diese Arbeit wird auch mit Mitteln aus der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) unterstützt.

Spendenkonto Licht für die Welt: IBAN: AT92 2011 1000 0256 6001, BIC: GIBAATWWXXX

Albinos
Der Aberglaube in den afrikanischen Ländern führt so weit, dass sogar Leichen von sogenannten Albinos ausgegraben und ihre Körperteile verkauft werden.
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