Anschober sprach sich in Graz für Pflegeberufe-Attraktivierung aus

Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) hat sich am Donnerstag in Graz bei einem Zusammentreffen in Sachen Pflege u.a. für die Attraktivierung des diesbezüglichen Berufsbildes ausgesprochen. Die mobile Betreuung und auch pflegende Angehörige sollten gestärkt werden. Ins gleiche Horn stießen dabei die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) und KPÖ-Stadtrat Robert Krotzer.

red/Agenturen

Es seien Qualitätskontrollen der 24-Stunden-Pflege erforderlich, und man müsse sich die Unterstützung pflegender Angehöriger stärker anschauen, so der Minister bei einer Pressekonferenz im Grazer Rathaus. „Dafür müssen wir in einem gemeinsamen Prozess zusammenarbeiten", so Anschober.

Die für Gesundheit zuständige Landesrätin Juliane Bogner-Strauß sagte, Pflege sei „die soziale Frage des 21. Jahrhunderts, wir alle sind vermutlich früher oder später davon betroffen", so die Landesrätin. Die Österreicherinnen und Österreicher würden immer älter werden, aber nicht gesünder. Deshalb müsse man in die Prävention investieren und dafür sorgen, dass Betroffene sich so lange wie möglich selbst versorgen könnten. Andererseits wünsche sie sich eine Stärkung der mobilen Betreuung. „Der Wunsch der meisten Menschen ist es, nicht ins Altersheim zu gehen. Das sollen sie dann auch nicht müssen", sagte Bogner-Strauß. Neben der mobilen Betreuung würden pflegende Angehörigen eine große Rolle spielen. Über 70 Prozent der pflegenden Angehörigen seien Frauen, diese wären sowieso schon oft von Altersarmut betroffen.

Mobile Betreuung und pflegende Angehörige stärken

Der für Pflege zuständige Grazer KPÖ-Stadtrat Robert Krotzer hob ebenfalls die Wichtigkeit der mobilen Pflege hervor. „Das Schlagwort ist mobil vor stationär", so Krotzer. Die Menschen würden in ihren eigenen vier Wänden gepflegt werden wollen, die Kosten dafür seien aber für viele nicht abdeckbar.

Hervorgehoben wurde von allen die Bedeutung der Pflegedrehscheibe, die Betroffenen und Pflegenden helfe. Seit 2015 ist sie Anlaufstelle, mit April 2020 soll es in jedem Bezirk der Steiermark eine Pflegedrehscheibe geben. „Wir bieten kostenlose und individuelle Hilfe, die Menschen können zu uns kommen oder wir machen Hausbesuche", sagte Sabine Zanier von der Pflegedrehscheibe Graz. 2018 hatte die Pflegedrehscheibe etwa 3.800 Klienten.

Anschober stattete im Rahmen seiner zweimonatigen Dialog-Tour einigen Grazer Sozial-Institutionen einen Besuch ab: Am Nachmittag ließ sich der Minister u.a. bei einem Besuch des Sozialunternehmens Atempo über digitale Lösungen bezüglich der Inklusion behinderter Menschen informieren.
 

Rudi Anschober
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Donnerstag im Zusammenhang mit den Schutzmaßnahmen für Corona-Risikogruppen erläutert, dass die Identifikation durch die Krankenkassen erfolge.
Andreas_Balon