Forschung

Heimische Medizintechniker docken bei EU-Innovationsförderer an

Österreichische Entwickler im Medizintechnikbereich docken beim Gesundheitsnetzwerk des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie („EIT Health“) an. Damit wollen sie die oft große Lücke zwischen Forschung und Markt schließen. Die fünf Unternehmen und Forschungseinrichtungen erhoffen sich davon Zugang zu speziellen EU-Fördertöpfen.

red/Agenturen

Das 2008 gegründete European Institute for Innovation and Technology (EIT) fördert die Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in sogenannten Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Community, KIC). Davon gibt es derzeit acht, eines dieser Netzwerke ist „EIT Health“. In diese KIC hat die EU-Kommission bisher 291 Mio. Euro investiert, heißt es in einer Aussendung des Austrian Institute of Technology (AIT).

Das AIT als größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs sowie die Unternehmen Boehringer Ingelheim, Kapsch BusinessCom, die UNIQA-Gruppe und die Wild-Gruppe sowie das Wiener Gründerservice INiTS sind nun Teil der Plattform - als erste Interessenten aus Österreich. Sie mussten dafür einen aufwendigen Auswahlprozess durchlaufen.

Der Fokus von „EIT Health“ liegt auf „markt- und anwendungsnaher Forschung“, sagte Dirk Holste vom Center for Health & Bioresources des AIT gegenüber der APA. Hat es etwa ein Forschungsprojekt mit einem vielversprechenden Ergebnis gegeben, könne dieses dann im Rahmen von „EIT Health“ in Richtung eines Produkts weiterentwickelt werden. Dabei orientiert man sich im Gegensatz zur klassischen EU-Forschungsförderung an „harten Kennzahlen“ in Businessplänen. Gehe es etwa um die Entwicklung eines digitalen Medizinproduktes, sollten diese in rund drei Jahren markttauglich sein, so Holste.

Da dieses Netzwerk über zwei Mal sieben Jahre finanziert ist, könne man hier „langfristige Partnerschaften intensiv und teilweise EU-finanziert formen“, sagte Holste. Als Netzwerk-Partner sei es erheblich leichter, Forschungsanträge zu stellen, der Wettbewerb bleibe aber trotzdem hart. Seitens des AIT möchte man dadurch „die Brückenfunktion als Ko-Entwickler für Produkte und Service der Industrie“ ausbauen.