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Zahl der Infizierten in Spanien nun höher als in China

In Spanien gibt es inzwischen mehr Coronavirus-Infizierte als in China, wo das Virus Ende 2019 ausgebrochen war. Das Gesundheitsministerium in Madrid teilte am Montag mit, die Zahl der bestätigten Ansteckungen sei binnen 24 Stunden um 6.398 auf 85.195 gestiegen, die Zahl der Todesfälle um 812 auf 7.340.

red/Agenturen

Die Anstiegsrate von 8,1 Prozent bei den Neuinfektionen war aber die niedrigste seit Beginn des Ausgangsverbots am 15. März. „Schon seit dem 25. März beobachten wir hier eine Umkehr der Tendenz“, sagte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Maria Jose Sierra. Man dürfe aber nicht nachlassen. Sorgen mache weiterhin der drohende Kollaps der Intensivstationen.

Die Regierung hatte am Wochenende im Kampf gegen die Pandemie die Ausgangsbeschränkungen verschärft. In den nächsten zwei Wochen müssen ab Dienstag an alle Beschäftigten zuhause bleiben, die keine „notwendigen Arbeiten“ ausführten. Der Lohn soll weiter gezahlt und die Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Spanien ist nach Italien das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas.

Spaniens „Winterschlaf“ beginnt erst am Dienstag

Ursprünglich sollte der „Winterschlaf“, wie die Finanzministerin und Sprecherin der linken Regierung Maria Jesus Montero sich ausdrückte, am Montag beginnen. Gemäß der Anordnung, die laut Montero weltweit einzigartig ist, müssen alle Arbeitnehmer, die in nicht wesentlichen Sektoren tätig sind, bis zum 9. April zu Hause bleiben. Betroffen sind vor allem der Bausektor und weite Teile der Industrie. Die betroffenen Arbeitnehmer sollen ihr Gehalt weiterhin beziehen und die nicht geleisteten Stunden zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Bisher durften alle Bürger Spaniens, die nicht im Home Office arbeiten konnten, zum Arbeitsplatz fahren. Die Verschärfung des Ausgehverbots wurde von vielen Unternehmern und Regionalpräsidenten scharf kritisiert. Nach Italien ist Spanien in Europa das Land mit den meisten Corona-Fällen.

Militär setzt in Spanien auf Desinfizierungsaktionen

In Spanien kämpft auch das Militär auch mit gewaltigen Desinfizierungsaktionen gegen das Coronavirus. Im Rahmen der „Operation Balmis“ seien bislang landesweit mehr als 1300 Seniorenheime, 500 Krankenhäuser, 64 Flughäfen, 22 Häfen und fast 250 Metro-Stationen, Bahnhöfe und Bushaltestellen entseucht worden, teilte das Verteidigungsministerium in Madrid am Montag mit.

Tausende Soldaten sind im Einsatz. Die Operation, mit der die Streitkräfte beim Kampf gegen Covid-19 im Einsatz sind, ist nach der Balmis-Impf-Expedition (1803 bis 1806) in die spanischen Gebiete in Amerika und nach Asien benannt. Die Expedition unter Leitung von Francisco Javier de Balmis hatte das Ziel, Millionen Menschen gegen Pocken zu impfen und gilt als eine der wichtigsten humanitären Aktionen der Medizingeschichte.

Coronavirus - Spanien - pexels
Spanien ist eines der Länder weltweit, die am härtesten von der Covid-19-Pandemie betroffen sind. Allerdings ist das Land auf einem Weg der Besserung.
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