Coronavirus

Länder melden bei Beatmungsgeräten andere Zahlen

Kürzlich hat das Gesundheitsministeriums für Wien mit knapp zwei Mio. Einwohnern 367 Beatmungsgeräte ausgewiesen - und damit weniger als für Niederösterreich oder die Steiermark. Diese Zahl ist laut Stadt nicht korrekt. Tatsächlich verfügten die öffentlichen Spitäler derzeit über mehr als 1.000 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten, hieß es am Dienstag. Mehr als ein Viertel sei noch frei.

red/Agenturen

Die Länder haben am Dienstag die vom Gesundheitsministerium tags zuvor gemeldeten Zahlen über die zur Verfügung stehenden Beatmungsgeräte in den Spitälern zum Teil korrigiert. Die Angaben nach einem APA-Rundruf wiesen teilweise höhere Kapazitäten aus.

Etwa korrigierte die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) am Dienstag die Zahlen des Ministeriums: "Die Steiermark verfügt über ein deutlich höheres Potenzial an Beatmungsgeräten. Tatsächlich belaufen sich die Kapazitäten in der steirischen Spitalsversorgung auf 511 Stück." 69 Prozent der Maschinen in der Grünen Mark seien noch frei. Am Montag waren es nach Zahlen des Gesundheitsministeriums 437 Beatmungsgeräte in der Steiermark. Bogner-Strauß bezog sich in ihren Angaben auf die Gesamtzahl der Beatmungsgeräte bei der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) und den weiteren öffentlich finanzierten steirischen Krankenanstalten. Von den insgesamt 511 Geräten seien derzeit 159 in Verwendung.

Zuvor hatte bereits Wien die Zahlen des Gesundheitsministeriums (367 Beatmungsgeräte) korrigiert. Laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) verfügt die Bundeshauptstadt über eine Kapazität von 1.058 Beatmungs-Intensivbetten mit Beatmungsgeräten.

Auch in Salzburg wurden mit 265 um 39 mehr gemeldet. Wie Wolfgang Fürweger, Sprecher des landesweiten medizinischen Krisenstabs für Covid-19, auf APA-Anfrage erklärte, sind alle verfügbaren Beatmungsgeräte zusammengezogen worden - aus öffentlichen und privaten Spitälern sowie aus Arztpraxen. Von den derzeit 265 seien für den Covid-Bereich 141 Geräte reserviert. Die zentrale Planung der Geräte obliege dem Medical Leader Board, das vom Leiter des landesweiten medizinischen Einsatzstabes geleitet wird.

Bundesländer korrigierten zum Teil Angaben des Ministeriums

Niederösterreich kann auf 550 Respiratoren verschiedener Art zurückgreifen. Die Kriterien für die Anschaffung sind "durch die Größe des Klinikums und durch die Größe der Intensivstationen" definiert, teilte Bernhard Jany von der Landeskliniken-Holding der APA mit. Gesteuert wird der Erwerb der Beatmungsgeräte durch die NÖ Landeskliniken-Holding.

398 invasive Beatmungsgeräte aus bestehenden Ressourcen stehen derzeit in Tirol zur Verfügung (inkl. Narkosegeräte u.ä.). 306 davon waren nach Angaben des Landes vorerst noch verfügbar. Zu beachten sei, dass die Kapazität an Beatmungsgeräten stets in Zusammenhang mit den dafür notwendigen Personal- und räumlichen Ressourcen gesehen werden müsse, hieß es. Die Intensivmedizin der Tirol Spitäler sei vernetzt und im ständigen Austausch bezüglich der aktuellen Situation.

In Oberösterreich sind derzeit von 303 Intensivbetten 250 mit Intubationsplätzen ausgestattet, informierte der Krisenstab des Landes. Es werden nur zertifizierte Geräte, die auf dem neuesten technischen Stand sind, verwendet. Künftig managen alle oberösterreichischen Spitalsträger ihre Intensivbetten gemeinsam.

Im Burgenland obliegt die Bestellung von Beatmungsgeräten den Krankenhausträgern, somit der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Ges.m.b.H.) für ihre vier Spitäler und den Barmherzigen Brüdern für das KH Eisenstadt. "Wir haben derzeit keinen Engpass, wir haben genug Geräte in unseren Krankenanstalten", betonte der Sprecher. Als Backup könnte man zusätzlich auch die Narkosegeräte aus den OPs zum Beatmen verwenden (ohne Narkosemittel, Anm.). Es gebe außerdem auch laufende Abstimmungen zwischen den Krankenhausträgern und dem Land. Für das Burgenland hat das Gesundheitsministerium tags zuvor 44 Geräte ausgewiesen.

Sterbehilfe
Über 80 Prozent der Todesfälle infolge von Covid-19 sind auf akutes Lungenversagen zurückzuführen. Bei längerfristiger künstlicher Beatmung von Patienten sinkt die Überlebensrate derzeit auf etwa 50 Prozent.
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