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Coronakrise in Österreich

Alle Bundesländer nunmehr mit einstelligen Neuinfektionszuwächsen

Die aktuellen Zahlen in Österreich machen Hoffnung: In der heutigen Pressekonferenz ließ Gesundheitsminister Rudolf Anschober verlautbaren, dass nunmehr zum ersten Mal alle österreichischen Bundesländer im erwünschten einstelligen Zuwachsbereich bei den Neuinfektionen sind. Mittlerweile sind 10.923 Menschen infiziert, 1.057 Menschen sind im Spital, 227 Personen auf der Intensivstationen. Es gab 148 Todesopfer, 1.749 sind wieder genesen.

red/Agenturen

Bisher hat es in Österreich 92.190 Testungen auf SARS-CoV-2 und damit deutlich mehr, als zuletzt vom Gesundheitsministerium verlautbart wurde, gegeben. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Mit gestern, Mittwoch, waren bundesweit knapp 56.000 Testungen ausgewiesen worden.

Die Landeshauptstadt weist momentan 1.580 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Erkrankte auf, teilte der medizinische Krisenstab der Stadt Wien am Donnerstag in einer Aussendung mit. Das sind um 124 mehr als 24 Stunden zuvor. Gestiegen ist auch die Zahl der Toten, sie liegt nunmehr bei 31. 86 Personen sind wieder gesund, darunter auch eine 92-jährige Bewohnerin eines Pflegewohnhauses.

Hotspot Tirol

Eine erfreuliche Nachrichten in der Corona-Krise kam am Donnerstag aus der Innsbrucker Klinik: Der erste Patient, der in Tirol wegen einer bestätigten Covid-19-Erkrankung auf einer Intensivstation behandelt werden musste, konnte wieder auf die Normalstation verlegt werden, so die tirol kliniken.

Der 43-Jährige, der aus der Gegend um St. Anton kommt, musste seit 11. März beatmet und überwacht werden. Bereits am Dienstag konnte er von der Beatmung genommen werden, am Mittwoch erfolgte dann die Verlegung auf die Normalstation.

„Solche Erlebnisse brauchen wir als Pflegeteam", sagte der stellvertretende Pflegeleiter der Station, Andreas Spielmann. „Wir freuen uns sehr, dass unser erster Corona-Patient auf die Normalstation verlegt werden konnte. Es ist eine schöne Bestätigung für unsere täglichen Bemühungen." Der 43-Jährige müsse nun noch einige Zeit auf der Normalstation verbringen. Ein endgültiger Entlassungstermin aus der Klinik stand noch nicht fest. In Tirol gibt es aktuell 2.511 Infizierte, davon sind 213 Menschen hospitalisiert und 57 Personen auf der Intensivstation.

Großteil der Infektionen im Inland erworben

Beim Großteil der Coronavirus-Infektionen in Österreich haben sich die Betroffenen übrigens hierzulande angesteckt. Lediglich 3,5 Prozent der Fälle haben ihre Quelle wahrscheinlich im Ausland, ergab eine Analyse der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES). Insgesamt 306 Personen haben demnach die Infektion „im Ausland erworben“, sagte Franz Allerberger, Leiter des Bereichs Humanmedizin der AGES.

„Die Botschaft ist, der Großteil steckt sich bei uns an“, sagte der Experte. Er geht im übrigen davon aus, dass „bald ein Prozent der Bevölkerung“, also rund 90.000 Menschen, in Österreich infiziert sein werden.

Bei der Analyse der AGES kam mit Stand 30. März heraus, dass insgesamt 133 positive Fälle in Österreich ihren Ursprung in Italien haben. 29 sind auf Deutschland zurückzuführen, 20 auf Spanien, 13 auf Großbritannien, elf auf Ägypten und zehn auf die Vereinigten Arabischen Emirate.

Der erste Corona-Fall ist in Ischgl ist übrigens bereits am 5. Februar aufgetreten. Dabei hat es sich um eine Schweizer Touristin gehandelt, die erst Wochen später positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Das gab Allerberger ebenfalls Donnerstag bekannt. Der bisher viel genannte Barkeeper, dem in Medien unterstellt wurde, Dutzende in einem Apres-Ski-Lokal angesteckt zu haben, war demnach nicht der „Spreader". Vielmehr war er laut Allerberger der Erste von den in Ischgl Erkrankten, der zum Arzt ging und Anfang März positiv getestet wurde. Er habe fälschlicherweise die Rolle des angeblichen Weiterverbreiters „umgehängt bekommen", betonte Allerberger. Schon Wochen vor ihm sei beispielsweise eine Kellnerin mit dem Coronavirus infiziert worden.