Coronavirus

Weltweiter Rekord an Toten binnen eines Tages in USA

Noch nie sind in einem Land innerhalb von 24 Stunden so viele Menschen am Coronavirus gestorben wie in den USA: Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore registrierte von Mittwoch- bis Donnerstagabend 1.169 neue Todesfälle. Im besonders heftig getroffenen Bundesstaat New York gibt es inzwischen mehr als 100.000 bestätigte Infektionen und fast 3.000 Tote.

red/Agenturen

Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität in den USA bis Donnerstagabend 5.926 Todesopfer. Laut den Prognosen der US-Regierung könnten insgesamt 100.000 bis 240.000 Menschen in den Vereinigten Staaten an der Lungenkrankheit Covid-19 sterben. Die Katastrophenschutzbehörde Fema forderte beim US-Militär bereits 100.000 Leichensäcke an.

Gouverneur Cuomo: New York ist Vorgeschmack für USA

Der derzeit besonders heftig getroffene US-Bundesstaat New York liefert nach Einschätzung von Gouverneur Andrew Cuomo einen Vorgeschmack darauf, wie sich die Corona-Krise in den gesamten USA abspielen wird. „In mancherlei Hinsicht haben wir hier die erste große Begegnung mit dem Virus“, sagte Cuomo am Donnerstag bei seiner täglichen live im Fernsehen und Internet übertragenen Pressekonferenz.

Im US-Bundesstaat New York gibt es inzwischen mehr als 100.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Toten sei innerhalb eines Tages um 562 auf fast 3.000 angestiegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag vor Journalisten. 

Knapp 15.000 Patienten würden wegen der Lungenerkrankung Covid-19 derzeit in Krankenhäusern des Bundesstaats behandelt, knapp 4.000 davon auf Intensivstationen, sagte Cuomo. Der Gouverneur bat erneut um mehr Hilfe aus anderen Landesteilen, die derzeit noch nicht so stark vom Virus Sars-CoV-2 betroffen sind. New York sei derzeit „die Speerspitze“ und brauche Hilfe. Modellen zufolge könnte es allein im Bundesstaat New York 16.000 Tote geben, sagte Cuomo. Sobald sich die Lage beruhige, werde New York anderen stärker betroffenen Landesteilen helfen, versprach Cuomo. Er betonte: „Gegenseitige Hilfe ist die einzige Lösung.“

New York sei mit seinen rund 19 Millionen Einwohnern ein „Mikrokosmos der USA“, mit der gleichnamigen Millionenmetropole, aber auch „Landkreisen, wo es mehr Kühe als Menschen gibt“. Sich auf dem Land geschützt zu fühlen, sei eine „falsche Sicherheit“. „Schaut uns heute an, seht euch morgen.“

US-Behörden empfehlen Tragen von Schutzmasken 

Wegen der sich zuspitzenden Corona-Krise hat US-Präsident Donald Trump kürzlich seine Landsleute auf „sehr, sehr schmerzhafte zwei Wochen“ eingestellt. Er appellierte am Dienstag in Washington an alle US-Bürger, „auf die harten Tage vorbereitet zu sein, die bevorstehen“. 

In den ersten Wochen der Krise war dem Präsidenten vorgeworfen worden, das Ausmaß der Bedrohung zu verharmlosen und Gegenmaßnahmen zu spät ergriffen zu haben. Noch vor Kurzem äußerte er die Erwartung, dass zu Ostern wieder Kirchenbesuche möglich sein würden. Inzwischen hat Trump allerdings seine Haltung revidiert und wendet sich immer wieder mit Warnungen und Durchhalteparolen an die Bevölkerung. Am Dienstag betonte er, die von dem Coronavirus ausgehende Gefahr sei schlimmer als bei einer Grippe. Der neuartige Erreger sei „heimtückisch“.

Kaum verhohlene Kritik an Trumps Politik kam von seinem Vorgänger Barack Obama. Alle hätten auf allzu furchtbare Weise die Folgen dessen gesehen, dass einige die „Warnungen vor einer Pandemie“ ignoriert hätten, schrieb Obama im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er rief alle US-Bürger, insbesondere die jüngeren, auf, im Herbst zur Wahl zu gehen.

Zur Eindämmung der Gesundheitskrise erwägen die US-Behörden nun auch eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken. Die Task-Force der Regierung diskutiere „sehr aktiv“ über dieses Thema, sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, am Dienstag dem US-Nachrichtensender CNN. Bisher sei keine solche Empfehlung an die Bevölkerung ausgesprochen worden, damit kein Mangel an Schutzmasken für medizinisches Personal entstehe.

New York Skyline
Immer wieder haben Krankenhäuser in New York angesichts stark ansteigender Patientenzahlen gewarnt, dass ihnen in den kommenden Wochen wichtige medizinische Ausrüstung wie Schutzkleidung ausgehen könnte.
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