Masken

Weltärztechef hält Pflicht für rechtlich unzulässig

Der Chef des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hält eine allgemeine Maskenpflicht für rechtlich nicht zulässig. „Es gibt nicht genug frei verfügbare Masken für alle“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Eine Pflicht einzuführen, der die Bürger gar nicht voll nachkommen könnten, wäre seiner Ansicht nach schwierig.“

red/Agenturen

Wir brauchen die hochwertigen Masken auch dringend für unser medizinisches Personal und die Pflege“, sagte Montgomery. „Eine Maskenpflicht wäre zurzeit daher nach meiner Auffassung rechtlich nicht zulässig.“ Er selbst trage allerdings, wenn er auf andere Menschen treffe, „eine selbstgenähte Maske als reine Vorsichtsmaßnahme und Ausdruck meiner Solidarität und Achtung vor den anderen Menschen“. „Diese Masken müssen aber regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden“, mahnte er. Sonst seien sie eher gefährlich.

In Deutschland wird derzeit kontrovers darüber diskutiert, ob eine Maskenpflicht eine sinnvolle Maßnahme im Kampf gegen Corona sein könnte. Der Ärztevertreter bekräftigte zudem seine Mahnung vor einer zu frühen Lockerung der Corona-Maßnahmen. „Einen Rückfall können wir uns nicht leisten“, sagte Montgomery. „Wenn wir am Ende zu früh aufmachen, wäre es tragisch.“ Hinsichtlich des Sommerurlaubs plädierte er für Ferien im Inland. „Wir tun uns und unseren Mitmenschen einen Gefallen, wenn wir in der Region bleiben, die Badeseen nebenan nutzen und uns vernünftig verhalten.“

Bund und Länder in Deutschland hatten in der vergangenen Woche vereinbart, dass die derzeitigen Beschränkungen im öffentlichen Leben bundesweit noch bis zum 19. April gelten sollen. Über die Frage, was danach kommt, soll nach Ostern beraten werden.

Ärztekammer Schutz im Gesundheitsbereich

In Österreich, wo die Maskenpflicht für Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, wird indes über eine Ausweitung diskutiert. So will die Österreichische Ärztekammer Maskenpflicht für Ärzte und Pflegepersonal, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal seien besonders gefährdet. Sie stünden „in der ersten Reihe“ und hätten täglich mit kranken Patienten zu tun. Eine allgemeine Maskenpflicht schütze das Vis-a-Vis, im Gesundheitsbereich seien das die Patienten und Mitarbeiter. „Angehörige des Gesundheitswesens können als Multiplikatoren gelten, und die könnten die Patienten anstecken“, wurde Kammerpräsident Thomas Szekeres zitiert.

„Dass die Maskenpflicht neben den Supermärkten nun auch künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, aber der Gesundheitsbereich weiterhin ausgespart wird, ist nicht nachvollziehbar“, betonte Harald Mayer, Vizepräsident und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte der Österreichischen Ärztekammer. Mayer forderte die Politik auf, auch in diesem Bereich eine klare gesetzliche Regelung zu treffen. Man ersuche die Spitalsträger, eine Maskenpflicht in den Krankenhäusern einzuführen. „Immerhin handelt es sich hier um einen systemrelevanten Bereich, und das Personal darf nicht erkranken“, sagte Mayer.

„Die Maskenpflicht muss auch auf Ordinationen ausgeweitet werden“, forderte Johannes Steinhart, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. „Es muss alles getan werden, um das Ansteckungsrisiko für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zu minimieren“, betont Steinhart. Zugleich wies er darauf hin, dass zur Risikominimierung auch die Ausstattung mit hochwertiger Schutzausrüstung in ausreichender Menge durch die öffentliche Hand gehöre – ebenso wie die unverzügliche Information über Corona-Testergebnisse durch die Behörden.

Maske
Der chirurgische Mund-Nasen-Schutz (auch die Community-Masken) haben einen protektiven Effekt für den Träger und die nächsten Personen.
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