Oberösterreich prüft gelockerte Maskenpflicht

Die oberösterreichische Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) prüft im Zusammenhang mit dem Coronavirus Erleichterungen bei der Maskenpflicht, die in ihrem Bundesland umfassender als die Bundesvorgaben ist. Das geht aus einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten (Mittwochausgabe) hervor.

red/Agenturen

Die am 9. Juli in Oberösterreich in Kraft getretene generelle Maskenpflicht gilt auch beim Betreten öffentlich zugänglicher Orte in geschlossenen Räumen. Davon betroffen sind unter anderem die Gastronomie inklusive der Gastgärten, Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken, Kinos, Sportstudios, Hallenbäder, Fahrgastbereiche der Bahnhöfe sowie Räume von Einrichtungen zur Religionsausübung. Haberlander kündigte auf die Frage, wie lange diese über die Bundesregelung hinausgehenden Bestimmungen noch gelten sollen, an: „Wir werden diese Woche wieder mit unseren Experten darüber beraten, da sich die Fallzahlen jetzt stabilisieren. Ich persönlich bin eine Befürworterin des Maskentragens, aber ich kann mir vorstellen, dass wir auf die Bundesvorgaben zurückgehen.“

Testungen „an Kapazitätsgrenze“

Zum Krisenmanagement bei den Clustern Freikirche und St. Wolfgang urteilt sie: „Wir hätten besser sein können“. In beiden Fällen dauerte es, bis Testen und Tracking in Gang kamen. Als Grund nennt Haberlander, nach der ersten großen Welle habe es ein Durchschnaufen von allen im System gegeben, die sehr gefordert waren. Der Lockdown habe zu einem massiven Rückgang der Zahlen geführt. Darüber sei man erleichtert gewesen, obwohl klar sein hätte müssen, dass die Zahlen wieder steigen werden und man Vorbereitungen treffen müsse.

In Oberösterreich könnten derzeit rund 1.800 Personen pro Tag getestet werden. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze“. Das könne man etwa vier bis sechs Wochen aufrechterhalten. Daher sei entscheidend, mit dieser Ressource effizient umzugehen und die richtigen Menschen zu testen. Es seien auch nur PCR-Tests behördlich zugelassen. Deshalb habe sich das Land an die AGES gewandt, damit sie ihm die Screenings in Altenheimen etc. abnimmt. Haberlander sorgt sich zudem, dass der Test die Menschen in falscher Sicherheit wiege. „Da hat man am Vormittag das negative Testergebnis und geht am Abend in das volle Nachtlokal. Das ist nicht Sinn der Sache. An die Grundregeln muss man sich ja trotzdem halten.“

Schutzmaske Maskenpflicht
Die Maskenpflicht, die in Oberösterreich umfassender als die Bundesvorgaben ist, soll nun geprüft werden.
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