Coronavirus

Virologe Drosten wirbt nachdrücklich für Tragen von Alltagsmasken

Es gebe zwar Schwächen dieser Masken darin, die für die Übertragung des Coronavirus verantwortlichen Aerosole zu unterbinden, sagte Drosten am Dienstag im Norddeutschen Rundfunk. Dennoch könnten sich Menschen mit dem Tragen der Masken nicht so schnell infizieren wie ohne. Maskengegner zweifeln deren Wirksamkeit an und verweigern das Tragen.

red/agentur

Drosten sagte, zur Veranschaulichung lasse sich die Wirkung der Masken an einer Begegnung mit einem Menschen mit Mundgeruch zeigen. „Dieser Mundgeruch, das sind Aerosole“, sagte der Chefvirologe der Berliner Charité. Wenn sich etwa zwei Kollegen ohne Masken an einem Buffet begegnen und miteinander reden, bemerkt der Kollege den Mundgeruch seines Kollegen. Wenn aber beide Kollegen in der Situation eine Maske tragen, werde der eine nicht mehr den Mundgeruch des anderen bemerken. „Dieses nicht mehr bemerken, das können wir auch damit übersetzen: Da kann ich mich nicht mehr so schnell infizieren.“

Drosten sagte dies in dem Podcast „Das Coronavirus-Update“, mit dem er am Dienstag nach zwei Monaten wieder auf Sendung ging. Der auch als einer der wichtigsten Regierungsberater geltende Drosten sagte, in den vergangenen Wochen habe es „keine einzige wirkliche neue Erkenntnis“ rund um das Coronavirus gegeben. Die in der Zwischenzeit veröffentlichten Studien hätten vielmehr vieles erhärtet, was bereits davor in Vorstudien bekannt gewesen sei.

Drosten: Nach überstandener Erkrankung immun

Nach Ansicht von Drosten sind Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Zumindest für den Zeitraum der gegenwärtigen Pandemie dürfte die Immunität anhalten, sagte der Virologe von der Berliner Charite in seinem Podcast. „Da bin ich sehr zuversichtlich.“

Im Ausnahmefall könne es möglicherweise bei erneutem Kontakt mit dem Virus zu einer neuerlichen, oberflächlichen Infektion kommen, eine schwere Lungenentzündung dürfte daraus aber nicht werden. Aufgrund der geringeren Viruskonzentration in solchen Fällen sollten daraus auch keine Infektionsketten mehr entstehen.

Die in den vergangenen Tagen berichteten Fälle von neuerlichen Infektionen bezeichnete Drosten als „Raritäten“. Sie würden wahrscheinlich epidemiologisch, für die Verbreitung und für die Gefährlichkeit, nicht ins Gewicht fallen. Wissenschafter würden von solchen Fällen in Mitteilungen berichten, Medien das aufgreifen und zahlreiche Fragen daraus ableiten, etwa hinsichtlich der Immunität oder der Wirksamkeit von Impfstoffen. „Das beschreibt nicht die medizinische Realität und den Normalfall.“

Die bisher gut 50 Folgen des Podcasts „Das Coronavirus-Update“ wurden mehr als 60 Millionen Mal abgerufen. Künftig ist Drosten allerdings nur noch alle zwei Wochen dienstags zu hören, denn er wechselt sich mit der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek in der Wissenschaftssendung ab.

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