Coronavirus

Bundesheer entsendet Covid-Test-Experten nach Lesbos

Das Bundesheer entsendet einen Covid-Test-Experten nach Lesbos in Griechenland. Die Entsendung folgt auf Anfrage des Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wie das Verteidigungsministerium am Mittwoch mitteilte. Im Ministerrat wurde die Entsendung des Experten beschlossen.

red/Agenturen

Der Einsatz beginnt am 26. Oktober. Der entsandte Experte des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik ist den Angaben zufolge ausgebildeter Mikrobiologe und Genetiker sowie Oberleutnant in der Miliz und wird an Ort und Stelle im Testlabor mitarbeiten.

„Direkt nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria haben wir uns bereit erklärt und angeboten, Ärzte, Sanitäter und Experten für Wasseraufbereitung nach Lesbos zu entsenden“, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in einer Aussendung. Griechenland habe das Angebot bisher nicht angenommen.

NEOS-Asylsprecherin Stephanie Krisper nannte es am Mittwoch völlig unverständlich, dass die türkis-grüne Koalition keine Flüchtlinge aus Lesbos aufnimmt. Durch die Unterstützung zahlreicher Helfer stünden in Österreich für 3.188 Menschen aus den griechischen Lagern Quartiere zur Verfügung. „Die Zustände im neuen Lager auf Lesbos sind menschenunwürdig und die Regierung sieht hier einfach weg“, sagte Krisper.

Auch SOS Mitmensch übte scharfe Kritik an der „fortgesetzten Solidaritätsverweigerung“ der österreichischen Bundesregierung. „Das ist eine schmutzige Politik, die Frauen, Männer und Kinder in Schlamm-Lagern zurücklässt. Österreich muss sich endlich dem Verbund der EU-Staaten anschließen, die einen Beitrag zur Evakuierung und Aufnahme der Schutzsuchenden leisten“, forderte die Organisation.
 

WEITERLESEN: