Coronakrise

Kliniken kommen in einigen EU-Ländern unter Druck

Die wieder steigenden Zahlen von Coronavirus-Infektionen in Europa zwingen Krankenhäuser in mehreren Ländern zurück in den Krisenmodus vom Frühjahr. So drohen die Gesundheitssysteme unter anderem in Belgien, Spanien, den Niederlanden und Tschechien an ihre Grenzen zu stoßen. Belgische Kliniken verschieben bereits nicht absolut notwendige Behandlungen auf einen späteren Zeitpunkt. Ähnliche Maßnahmen könnten auch in anderen Ländern bald anstehen, so in Spanien.

red/Agenturen

„Wenn das in dem Tempo der vergangenen Wochen weitergeht, wird es unausweichlich sein, nicht prioritäre Arbeiten neu zu terminieren oder aufzuschieben“, sagt Julio Pascual, medizinischer Direktor des Hospital del Mar in Barcelona. Die niederländischen Gesundheitsbehörden warnen, dass bei weiter steigenden Zahlen von Covid-Patienten auf den Stationen bis Ende November Dreiviertel aller regulären Behandlungen eingestellt werden müssen. Ähnlich haben sich bereits die Behörden in Tschechien geäußert.

Die Regierung in Prag hat Bayern bereits offiziell um Hilfe gebeten. Auch andere deutsche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, das Saarland und Hamburg haben EU-Staaten wieder angeboten, schwererkrankte Covid-Patienten aufzunehmen. Eine derartige Nachbarschaftshilfe wurde schon in der ersten Pandemie-Welle praktiziert, als unter anderem Covid-Kranke aus Frankreich und den Niederlanden in Deutschland behandelt wurden.

Noch sind Europas Krankenhäuser längst nicht so voll wie auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Krise vor sechs Monaten. Doch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berichtet aber aus 20 Ländern über eine steigende und bereits hohe Auslastung. Ärzte betonen aber, dass ihnen bei der Behandlung von Covid-19 die nunmehr fast einjährige Erfahrung mit der Seuche zugutekommt.

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