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Impfstoffe

Ergebnis von Pfizer-Studie wohl doch nicht im Oktober

Pfizer wird nun wohl doch nicht noch im Oktober ein Ergebnis seiner fortgeschrittenen Covid-Impfstoffstudie vorlegen können. Der US-Konzern lieferte am Dienstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen weiter keine konkreten Daten zu der Studie des mit der deutschen BioNTech entwickelten Impfstoffes. Das unabhängige Komitee, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, habe noch keine Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit ermittelt.

red/Agenturen

Pfizer-Chef Albert Bourla hatte ursprünglich erklärt, die Daten könnten bis Ende Oktober vorliegen. Am Montag sagte er, er sei „vorsichtig optimistisch“, dass der Impfstoff wirken werde. Ein Erfolg könne binnen einer Woche bekanntgegeben werden. Damit dürfte das Ergebnis vermutlich auch nicht vor der US-Wahl am 3. November vorliegen. US-Präsident Donald Trump hatte im August gesagt, ein Impfstoff könnte vor dem Wahltag vorliegen.

Pfizer und BioNTech gehören neben dem US-Unternehmen Moderna und der britischen AstraZeneca zum Kreis der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff. Sie peilen bei positiven Studienergebnissen mit ihrem Corona-Impfstoff einen Zulassungsantrag Ende November an.

Grossbritannien - Erste Impfstoffe „wahrscheinlich nicht perfekt“

London (sda/reu) - Die Chefin der britischen Corona-Impfstoff-Arbeitsgruppe, Kate Bingham, geht davon aus, dass die erste Generation von Covid-19-Impfstoffen „wahrscheinlich nicht perfekt“ sein werde. Zudem sei der Wirkstoff „möglicherweise nicht für alle geeignet“.

Die Coronavirus-Impfstoffe könnten eine Infektionen möglicherweise nicht verhindern, sondern nur die Symptome lindern, und vielleicht nicht für alle oder lange wirken, schrieb es am Dienstag in einem wissenschaftlichen Aufsatz.

Ob es jemals ein wirksames Vakzin gebe, sei noch ungewiss. Daher sei es wichtig, „sich vor Selbstgefälligkeit und Überoptimismus zu schützen“, erklärte Bingham in einem Artikel im renommierten The Lancet Medical Journal.

Sanofi und GSK sagen 200 Millionen Impfstoff-Dosen für ärmere Länder zu

Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) wollen 200 Millionen Dosen ihres potenziellen Corona-Impfstoffs ärmeren Ländern zugänglich machen. Die Impfdosen sollten der internationalen Initiative Covax zur Verfügung gestellt werden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Das von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Impfallianz Gavi ins Leben gerufene Programm soll einen fairen Zugang aller Länder zu künftigen Corona-Impfstoffen gewährleisten.

Der französische Konzern Sanofi und das britische Unternehmen GSK forschen gemeinsam an einem Impfstoff. Im September begannen klinische Tests eines Impfstoffkandidaten mit 440 Probanden. Die Pharmakonzerne gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass Anfang Dezember erste Testergebnisse vorliegen werden und „noch vor Ende des Jahres“ die dritte Testphase eingeläutet werden kann. In der ersten Hälfte des nächsten Jahres könnte demnach dann bei den zuständigen Behörden die Zulassung beantragt werden.

Dem internationalen Programm Covax, das die Beschaffung und Verteilung künftiger Impfstoffe regeln soll, haben sich insgesamt 167 Länder angeschlossen: 92 ärmere Länder sollen den Impfstoff kostenlos erhalten, 75 reichere Länder nutzen das Programm zur Beschaffung des Mittels, werden es aber aus eigener Tasche bezahlen.

Der Hilfsorganisation Oxfam zufolge hat eine Gruppe wohlhabender Nationen, die nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, bereits mehr als die Hälfte der potenziellen Corona-Impfstoffe aufgekauft.