Regeneron schränkt Einsatz seines Anti-Covid-Mittels ein

Das US-Biotech-Unternehmen Regeneron hat den Einsatz seines Anti-Covid-Mittels eingeschränkt. Regeneron bezog sich bei der Bekanntgabe dieses Beschlusses am Freitag auf eine Studie des unabhängigen Expertengremiums IDMC, das eine Überprüfung der Testreihe nahelegte. Die genauen Gründe für die Entscheidung des Unternehmens wurden nicht mitgeteilt. Die Einschränkung bezieht sich nur auf die besonders stark vom neuartigen Coronavirus betroffenen Patienten, die auf eine intensive Sauerstoff-Beatmung angewiesen sind.

red/Agenturen

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liege lediglich ein „möglicher Sicherheitshinweis“ des Expertengremiums über ein ungünstiges Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko des Regeneron-Mittels vor, erklärte das Unternehmen. Vor einem weiteren Einsatz des Mittels in der genannten Personengruppe müssten weitere Daten gesammelt werden. Der Einsatz des Mittels bei Patienten, die nicht beatmet werden müssten oder nur eine geringe Sauerstoff-Zufuhr erhielten, könne fortgesetzt werden. Die aktuellen Erkenntnisse würden der US-Arzneimittelbehörde FDA übermittelt.

Das Regeneron-Mittel REGN-COV2 wurde kürzlich bei der Behandlung von US-Präsident Donald Trump gegen seine Corona-Infektion eingesetzt. Kurz darauf beantragte Regeneron bei der FDA die Erlaubnis zum Einsatz seines Medikaments bei Covid-19-Patienten mit leichten und mittelschwerden Symptomen.

Wissenschaftler vertreten schon seit längerer Zeit die Ansicht, dass Antikörper-Behandlungen vor allem in der frühen Phase einer Covid-19-Erkrankung eingesetzt werden sollten. Das liegt daran, dass die Antikörper das Vordringen der Viren in die menschlichen Zellen und ihre Vermehrung bremsen. Wenn die Erkrankung aber weit fortgeschritten ist, wird die Immunreaktion des menschlichen Körpers zum Hauptproblem, weil sie schwere Entzündungen und Organschädigungen verursacht.