Coronavirus

Drosten erklärt Maßnahmen mit Vermeiden der Triage

In der Debatte über die Verschärfung von Corona-Maßnahmen in Deutschland - und anderen europäischen Ländern wie Österreich - hat der deutsche Virologe Christian Drosten an die schwierigen Entscheidungen von Ärzten im Fall einer Überlastung der Intensivstationen erinnert. In einem Vortrag erläuterte er das Vorgehen namens Triage, bei dem Patienten im Extremfall sortiert werden.

red/Agenturen

Man habe zum Beispiel einen alten Covid-19-Patienten, der seit einer Woche auf der Intensivstation beatmet werde, mit einer Überlebenschance zwischen 30 und 60 Prozent. Und dann komme ein 35-jähriger Vater dreier Kinder mit einem schweren Covid-19-Verlauf. Der jüngere Patient müsse dringend an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, sonst sei er übermorgen tot - das wisse man als Intensivmediziner, sagte Drosten bei einer Veranstaltung in Meppen am Freitagabend.

„Was machen Sie? Sie müssen einen der älteren Patienten abmachen. Das ist, was Triage bedeutet“, sagte Drosten. „Und aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, in diese Maßnahmen einzutreten, die wir jetzt haben.“ In unserem Kulturkreis gebe es ein anderes Ethikverständnis als in anderen Kulturkreisen: „Bei uns zählen alle Menschenleben.“

YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=q9EwA8w-jP8