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Anschlag in Wien

150 Notärztinnen, Notärzte und Sanitäter im Einsatz

Der mutmaßliche Terroranschlag in der Wiener Innenstadt gestern hat mittlerweile vier Todesopfer und mehrere Schwerverletzte gefordert. Insgesamt sieben Personen befinden sich nach dem Anschlag in Wien in kritischem, lebensbedrohlichem Zustand. Das hat eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds am Dienstag mitgeteilt. Über die Identität der Betroffenen wurden keine Angaben gemacht. Insgesamt werden 17 Opfer des Angriffs in mehreren Spitälern behandelt - vorwiegend mit Schuss-, aber auch mit Schnittverletzungen, sagte die Sprecherin.

red/Agenturen

Beim Terroranschlag in Wien waren in der Nacht auf Dienstag mehr als 150 Notärzte und Sanitäter im Einsatz. Das berichtete Rainer Gottwald, der Leiter der Wiener Berufsrettung, am Dienstagvormittag. Einige Personen, die Augenzeugen des Geschehens wurden, mussten psychisch betreut werden.

Insgesamt wurde die Innenstadt laut Gottwald von rund 50 Rettungseinheiten angefahren. Im Einsatz waren dabei nicht nur Fahrzeuge der Wiener Berufsrettung, sondern auch Kräfte anderer Rettungsorganisationen - auch aus Niederösterreich.

Wie der Wiener Rettungschef berichtete, haben sich eine Reihe von Mitarbeitern umgehend freiwillig in den Dienst gestellt. Die Kapazitäten der Rettung in Wien seien auch an diesem Abend gesichert gewesen, beteuerte. Auch alle anderen, nicht mit dem Anschlag in Zusammenhang stehenden Einsätze hätten absolviert werden können, betonte er.

Die Betroffenen wurden in insgesamt sechs Krankenhäuser gebracht, wie der medizinische Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds, Michael Binder, heute Nacht erläuterte. Es seien umgehend zusätzliche Kapazitäten geschaffen worden, berichtete er.

Patientinnen und Patienten unter Schock

Die Opfer sind im Allgemeinen Krankenhaus, in den Kliniken Donaustadt, Ottakring und Floridsdorf sowie in den AUVA-Unfallkrankenhäusern Lorenz Böhler und Meidling untergebracht. Damit seien alle wichtigen Zentren der unfallchirurgischen Versorgung in Wien einbezogen, sagte Binder. Umgehend habe man auch weitere Kapazitäten gesichert, Personal habe sich ebenfalls sofort in Dienst gestellt.

Der Transport der Betroffenen in die Krankenhäuser verlief demnach reibungslos: „Die Rettungskette hat sehr gut funktioniert“, versicherte Binder. In den Spitälern wurden auch die Sicherheitsmaßnahmen intensiviert, wie der Spitäler-Direktor ausführte: „Die Häuser sind gut gesichert."

Ludwig: Zehn Personen schon aus Spital entlassen

Zehn Personen, die beim Anschlag in Wien verletzt wurden, konnten aus dem Spital wieder in häusliche Pflege entlassen werden. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag in einer Pressekonferenz berichtet. 13 Personen sind noch im Krankenhaus, drei davon befinden sich in kritischem Zustand.

Vier Opfer konnten laut Ludwig hingegen so weit stabilisiert werden, dass sie sich nicht mehr in Lebensgefahr befinden. Ludwig lobte die Arbeit der Einsatzkräfte und zeigte sich überzeugt, dass die Wienerinnen und Wiener in dieser Zeit zusammenstehen würden.

Den Angehörigen jener Menschen, die bei dem Attentat ums Leben gekommen sind, drückte er sein Mitgefühl aus. Eine Kellnerin und drei Menschen, die ihre Freizeit in der Wiener Innenstadt verbringen wollten, seien getötet worden, sagte Ludwig.

Morgen, Mittwoch, soll auch eine Sondersitzung der Stadtregierung und der Klubobleute stattfinden. Ludwig stellte in den Raum, dass dort Hilfs- und Unterstützungsangebote für die Betroffenen beschlossen werden könnten.

Wien
Die Anschläge in der Bundeshauptstadt forderten bisher vier Tote.
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