Coronavirus

Alle wollen offene Schulen - zumindest vorerst

Nach dem Wechsel der Oberstufenschulen ins Distance Learning Anfang dieser Woche dürften zumindest vorerst die restlichen Schulen geöffnet bleiben. Über mögliche weitere Verschärfungen soll erst nächste Woche befunden werden. Das betonte etwa Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag, auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) beabsichtigt laut dem Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) derzeit keine Schließung.

red/Agenturen

In den vergangenen Tagen äußerten sich zahlreiche Stimmen gegen eine baldige flächendeckende Schließung aller Schulen - allen voran Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Wie vereinbart solle zunächst der Wechsel der Oberstufen ins Distance Learning nach einem Zeitraum von zwei Wochen evaluiert und erst dann über das weitere Vorgehen entschieden werden, meinte der Minister bereits am Donnerstag. Ihm folgten unmittelbar die Oppositionsparteien, die Schulen generell geöffnet halten wollen.

Am Freitag sprachen sich auch unter anderem Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung für ein Offenhalten der Schulen aus - letztere allerdings mit der leichten Einschränkung „so lange wie vertretbar“. Anschober wiederum verwies auf kommenden Freitag: Dann wolle die Regierung zusammentreten und schauen, ob weitere Schritte nötig sind - das wäre allerdings noch vor Ablauf der von Faßmann angesprochenen zwei Wochen. Und: Sollte sich die Lage in einem bestimmten Bereich dramatisch verändern, könnte man auch kurzfristig eingreifen.

Entscheidungen dürften nächste Woche fallen

Dem Vernehmen nach sollen die nächsten entscheidenden Sitzungen in Sachen Schule Mitte bis Ende nächster Woche am Programm stehen, hieß es aus Teilnehmerkreisen gegenüber der APA. Dort sei man sich zwar durchaus bewusst, dass das Infektionsgeschehen im Pflichtschulbereich eher gering sei. Andererseits sei man sich auch im Klaren, dass nicht mehr viele andere Maßnahmen zur Verfügung stünden und Schulschließungen weniger auf die Kinder zielten als auf deren Eltern, die dann ebenfalls daheimblieben.

Auch die Sprecherin der Corona-Kommission, Daniela Schmid, meinte, dass es keine zunehmende Übertragungsaktivität zwischen den Schülern gebe. Zwar gebe es nach wie vor auch Schulcluster bei 10 bis 14-Jährigen. Diese seien aber über Erwachsene in die Schulen hineingetragen worden.

Bei der Landeshauptleute-Konferenz am Freitag kam das Thema Schule ebenfalls zur Sprache: Kurz, der den Länderchefs zugeschaltet war, habe dabei mitgeteilt, dass eine Schließung der Pflichtschulen derzeit nicht beabsichtigt sei, so Haslauer. Sein Kärntner Amtskollege Peter Kaiser (SPÖ) wiederum verwies auf die Auswirkungen von Schließungen: „Wenn Eltern wegen geschlossener Schulen daheimbleiben müssen, trifft es nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Gesundheitseinrichtungen und die Verwaltung, die beim Contact Tracing derzeit so gefordert ist. Aus diesen Bereichen kam vielfach der Wunsch: Bitte lasst die Schulen offen."