Leuchtsignal verrät Forschern Wirksamkeit von Krebsmitteln

Ständig aufgedrehte „molekulare Schalter“ (Kinasen) können normale menschliche Zellen zu entarteten Krebszellen verändern. Es gibt Medikamente, die solche kaputten Schalter abdrehen - wenn sie wirksam sind, kann man dies quasi mit einem Kontrolllämpchen sichtbar machen, berichten Forscher der Universität Innsbruck. Dieses Leuchten verriet ihnen, dass vier Hautkrebs-Medikamente auch gegen Lungenkrebs helfen könnten.

red/Agenturen

Das berichten sie im Fachjournal „PNAS“. Ein Team um Eduard Stefan vom Institut für Biochemie der Uni Innsbruck entwickelte solch einen Leuchttest für die Kinase „BRAF“. Sie ist ein derartiger molekularer Schalter, und kann schwarzen Hautkrebs (Melanome) auslösen, wenn sie mutiert ist. Die Forscher hängten an jedes Ende von mutiertem BRAF einen Bauteil (ein Reporterproteinfragment) ihres Kontrolllämpchens und steckten dieses Konstrukt in menschliche Zellen. „Wird diese Kinase in den Zellen inaktiviert, nähern sich ihre beiden Enden und damit auch die Reporterproteinfragmente aneinander an, interagieren und beginnen zu leuchten“, erklärte Stefan in einer Aussendung.

Mit diesem „KinCon“ (Kinase Conformation) Sensor testeten sie drei für Hautkrebs zugelassene Medikamente (Vemurafenib, Encorafenib und Dabrafenib) und den in präklinischen Studien getesteten Wirkstoff PLX8394 bei Lungenkrebszellen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Wirkstoffe auch das Potenzial haben, die Aktivität von mutiertem BRAF bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zu blockieren“, schrieben sie in dem Fachartikel.