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Coronakrise

Deutschland und die USA mit alarmierenden Zahlen

In Deutschland sind mittlerweile bereits mehr als 20.000 Menschen mit einer Corona-Infektion gestorben. Wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin mitteilte, stieg die Zahl der Corona-Toten hierzulande um 440 auf 20.372 Fälle. Zugleich wurde bei den Neuinfektionen mit 23.679 Fällen der bislang höchste Stand seit Beginn der Pandemie registriert. Ein harter Lockdown wird debattiert. Auch in den schwer getroffenenen USA hat die Zahl der täglichen Corona-Toten einen neuen Höchststand von mehr als 3.000 erreicht. Am Mittwoch seien bis zum Abend (Ortszeit) 3.071 weitere Todesopfer der Pandemie registriert worden, so die Johns-Hopkins-Universität. Zudem wurden mehr als 220.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert.

red/Agenturen

Am Mittwoch hatte das RKI eine Rekordzahl von 590 Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. Die Gesamtzahl der Toten verdoppelte sich innerhalb von weniger als sieben Wochen. Am 24. Oktober war die Marke von 10.000 Fällen überschritten worden.

Bei den Neuinfektionen hatte der Höchststand zuvor bei 23.648 gelegen, die am 20. November gemeldet worden waren. Die neue Rekordzahl von 23.679 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden liegt um 1633 über dem Wert vor einer Woche.

Wegen der steigenden Fallzahlen nehmen derzeit Forderungen nach einer Verschärfung der Corona-Restriktionen zu. Damit stehen auch die für Weihnachten und Silvester beschlossenen Lockerungen des Teil-Lockdowns auf der Kippe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch in einer Bundestagsrede gefordert, nach Weihnachten nicht dringend benötigte Geschäfte bis zum 10. Januar zu schließen. Auch sollten die Schulferien verlängert oder auf Digitalunterricht umgestellt werden.

Der Präsident des RKI hat sich unterdessen klar gegen Lockerungen der Corona-Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. „Ich denke, die wichtige Maßnahme ist die, dass wirklich verhindert wird, dass die Lockerungen über Weihnachten kommen“, sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Solche Lockerungen gäben dem Infektionsgeschehen eine schwer zu kontrollierende Dynamik. Das ist ein wichtiger Aspekt, dass man das wirklich nicht tut.

Unabhängig von den Entscheidungen der Politik könne er nur an jeden Bürger appellieren, Kontakte möglichst einzuschränken und sich selbst zu schützen, sagte Wieler. Der Bildungsstand in Deutschland sei hoch, wir sind ein cleveres Volk. Er könne nur dazu ermutigen, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das könnten nicht alle in der Gesellschaft, aber sehr, sehr viele Menschen. Leugner der Krankheit werde wahrscheinlich niemand belehren können, so Wieler. Er hatte auch die Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina mitunterzeichnet, wonach Weihnachten und der Jahreswechsel für einen harten Lockdown genutzt werden sollten.

Nach dem Bund-Länder-Beschluss von Ende November soll es möglich sein, dass sich vom 23. Dezember bis zum 1. Januar im engsten Familien- oder Freundeskreis maximal zehn Personen treffen. Einige Bundesländer weichen von dieser Regelung bereits ab, sie wollen die geltenden strengeren Kontaktbeschränkungen auch während der Feiertage nicht lockern.

Ein Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden mittlerweile weltweit rund 68,2 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen. Mehr als 1,557 Millionen Infizierte starben. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land sind mit 15,37 Millionen Ansteckungen und mehr als 289.000 Todesfällen die USA. Am Mittwoch (Ortszeit) meldete das Land einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Toten von 3071 Fällen.

Anstieg nach Thanksgiving

Allein in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten der 50 US-Bundesstaaten, waren es laut Covid Tracking Project mehr als 30.000 Neuansteckungen binnen eines Tages. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern erreichte einen neuen Höchststand: Am Mittwoch waren es mehr als 106.000 Patienten. Mit dem Anstieg der Fälle war gerechnet worden, nachdem vor zwei Wochen Millionen Menschen die Appelle ignoriert hatten, zu Thanksgiving auf Reisen und Familienbesuche zu verzichten.

Seit Beginn der Pandemie wurden in den Vereinigten Staaten mehr als 15 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, mehr als 289.000 Infizierte starben.

Hoffnung geben mittlerweile neue Corona-Impfstoffe. Am Donnerstag prüft die Impfkommission der US-Arzneimittelbehörde FDA den Antrag für eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer. Sollte die unabhängige Impfkommission sich für eine Notfallzulassung aussprechen, könnte diese sehr schnell von der FDA ausgesprochen werden. Die FDA hatte bereits am Dienstag erklärt, sie stufe den Impfstoff als sicher und wirksam ein.

Am Donnerstag kommender Woche wird der US-Impfausschuss sich mit dem Antrag auf eine Notfallzulassung für den Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna befassen. Der Impfstoff des Pharmaherstellers AstraZeneca könnte in den USA erst Mitte nächsten Jahres verfügbar sein, falls die US-Arzneimittelbehörde FDA das Vakzin erst nach Abschluss der finalen Studie zulässt, erklärt Adrian Hill, Direktor des Jenner-Instituts, das die Entwicklung des Impfstoffes überwacht, am Mittwochabend. Das ist zu spät, um die Vorteile dieses Impfstoffes zu nutzen, der effektiv, in großem Maßstab verfügbar und einfach einzusetzen ist, sagt er dem Sender NBC News.

Die Regierung des abgewählten Präsidenten Donald Trump hat das Ziel ausgerufen, bis Ende März 100 Million US-Bürger zu impfen. Der neugewählte Präsident Joe Biden, der das Amt am 20. Jänner antritt, will binnen 100 Tagen 100 Millionen Bürger impfen lassen.

 

RKI

Johns Hopkins University