Coronakrise

Mehrheit für harten Lockdown bei steigenden Infektionszahlen

Eine klare Mehrheit der Deutschen befürwortet einen harten Lockdown wie im Frühjahr, sollten die Corona-Infektionszahlen in den nächsten Wochen nicht zurückgehen. 73 Prozent äußerten in dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometer diese Meinung, dagegen sprachen sich 24 Prozent aus. Geschlossen werden sollten dann alle Schulen, Kitas und Geschäfte mit Ausnahme des Lebensmittelhandels.

red/Agenturen

In der aktuellen Lage kritisierten 49 Prozent der Befragten, die geltenden Schutzmaßnahmen gingen nicht weit genug. Dies waren 18 Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. 35 Prozent halten die geltenden Regeln für gerade richtig (minus vier Punkte) und 13 Prozent halten die Einschränkungen für übertrieben (minus 15 Punkte).

Von den einzelnen Maßnahmen unterstützen 82 Prozent die Verlängerung des teilweisen Lockdowns bis zum 10. Januar. Die Lockerung der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten finden nur noch 48 Prozent richtig und 50 Prozent falsch. Vor zwei Wochen war dies noch von einer deutlichen Mehrheit von 58 Prozent befürwortet worden. Lockerungen über Silvester halten in der aktuellen Umfrage sogar 79 Prozent für falsch und nur 19 Prozent für richtig. Nächtliche Ausgangssperren in Stadt- und Landkreisen mit hohen Infektionszahlen befürworten 74 Prozent.

59 Prozent haben Angst vor Corona

Eine große Mehrheit von 84 Prozent hält das Thema Corona für das derzeit wichtigste politische Problem in Deutschland. Dies ist der höchste Wert bisher im Politbarometer auf diese Frage. Mit 59 Prozent hat auch der Anteil in der Bevölkerung weiter zugenommen, der seine Gesundheit durch das Corona-Virus gefährdet sieht.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte von Montag bis Mittwoch für das Politbarometer 1246 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlerquote wurde je nach Anteilswert mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.