Coronavirus

Anti-USA-Demonstrationen im Iran abgesagt

Die Demonstrationen gegen die USA zum Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 sind im Iran wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Das gab ein Sprecher der Islamischen Propagandabehörde am Montag bekannt. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei werde jedoch eine Fernsehrede halten.

red/Agenturen

Zum Jahrestag der Botschaftsbesetzung durch radikale iranische Studenten finden im Iran jedes Jahr am 3. November staatlich organisierte Kundgebungen gegen die USA statt. In der Hauptstadt Teheran sollte die Demonstration vor der ehemaligen amerikanischen Botschaft stattfinden. Schon im Vorfeld war wegen der drastisch steigenden Corona-Fallzahlen jedoch eine Absage abzusehen gewesen.

Auch am Montag wurde im Iran ein neuer Höchstwert an Corona-Toten gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 440 Corona-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 8200 Neuinfektionen registriert. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten in dem 82-Millionen-Einwohner-Land aktuell bei fast 36.000 und die Zahl der Infizierten bei mehr als 628.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Außenamtssprecher Said Chatibsadeh betonte am Montag, dass dem Iran der Wahlausgang in den USA egal sei. Das wird im Iran aber kaum ernst genommen. US-Präsident Donald Trump hat mit dem Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen und der Verhängung neuer Sanktionen den ölreichen Iran in die schlimmste Wirtschaftskrise seiner Geschichte gestürzt. Bei einem Wahlsieg des Demokraten Joe Biden bestünde Hoffnung auf eine Rückkehr der USA zum Atomdeal. In dem Fall könnten zumindest einige der Sanktionen wieder aufgehoben werden. Auch der Ölexport als wichtigste Einnahmequelle des Gottesstaates könnte wieder anziehen.