Coronakrise

Begriff „Lockdown“ bei Österreichern negativ belastet

Mit dem Begriff „Lockdown“ assoziieren sieben von zehn Österreicherinnen und Österreicher negative Gedanken. Besonders häufig wurden laut einer Umfrage von MAKAM Research die Auswirkungen dieser Zwangsmaßnahme als „wirtschaftsschädigend“ empfunden. Elternvertreter sprechen sich außerdem nun für die Verschiebung der nach den Semesterferien stattfindenden Schuleinschreibung für weiterführende Schulen aus.

red/Agenturen

Aber auch Gedanken dahin gehend, dass es sich um eine aufoktroyierte und von vielen als übertriebene und sinnlos empfundene Maßnahme handelt, prägen das negative Stimmungsbild. So fallen häufig Assoziationen, wie „unnötig“, „übertrieben“, „Schwachsinn“, „sinnlos“, „Diktatur“.

Doch knapp einem Zehntel kommen beim Wort „Lockdown“ positive Gedanken in den Sinn. Diese drehen sich vor allem um die erhoffte Wichtigkeit und Wirksamkeit, bzw. die vermutete Alternativlosigkeit im Kampf gegen die Pandemie. Aber auch Erinnerungen an subjektiv erlebte Entspannung und Entschleunigung während des Lockdowns im Frühjahr werden als positive Assoziationen genannt.

Bei einem Fünftel weckt der Begriff „Lockdown“ neutrale Assoziationen, wobei sich derartige Gedanken vorrangig mit der Akzeptanz der aktuellen Situation, oder dem Vertrauen in die Zweckmäßigkeit der Maßnahme begründen lassen.

Schuleinschreibung soll verlegt werden

Coronabedingt sprechen sich Elternvertreter nun auch für die Verschiebung der nach den Semesterferien stattfindenden Schuleinschreibung für weiterführende Schulen aus. Derzeit können Tage der offenen Tür aufgrund der Corona-Vorgaben des Bildungsministeriums nicht durchgeführt werden und Eltern sich nicht über die Angebote informieren. Schülervertreter wiederum fordern aufgrund der Umstellung auf Distance Learning an den Oberstufen verpflichtende Digitalisierungs-Fortbildung für Lehrer.

Die Schuleinschreibung für weiterführende Schulen findet jährlich kurz nach den Semesterferien statt. Deshalb findet dazu etwa in der Bundeshauptstadt im Oktober jährlich der Tag der Wiener Schulen statt, darüber hinaus haben die meisten Schulen zusätzlich einen eigenen Tag der offenen Tür. Der Tag der Wiener Schulen wurde coronabedingt heuer abgesagt, die meist im November am Programm stehenden Tage der offenen Tür dürfen bundesweit ebenfalls nicht stattfinden: Die derzeit gültigen Corona-Vorgaben erlauben schulfremden Personen keinen Zutritt in die Schule.

Da auch keine Besserung der Situation zu erwarten ist, können sich die Eltern vor Ort keinen Eindruck über mögliche Schulen für ihre Kinder nach der Volksschule machen. „Die einfachste Lösung wäre, wenn man die Termine für die Einschreibung verlegt“, so der Vorsitzende des Verbands der Elternvereine an den Höheren und Mittleren Schulen Wien, Marcus Dekan, laut orf.at. Außerdem bräuchten Schulen zusätzliche Ressourcen für die Gestaltung ihrer Websites - diese würden sich sowohl bezüglich Aktualität als auch Umfang der Angebote stark voneinander unterscheiden.

Schülervertreter fordern angesichts der Umstellung der Oberstufenschulen auf Distance Learning verpflichtende Lehrerfortbildung im Bereich Digitalisierung. „Vielen Lehrerinnen und Lehrern fehlt es schlichtweg an Wissen, wenn es um die Nutzung von Online-Plattformen geht“, meinte Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek in einer Aussendung. „Solche Weiterbildungen, um digitale Kompetenzen zu erlernen und aufzufrischen, werden schon angeboten, sie müssen nur noch genutzt werden. Und zwar verpflichtend genutzt!“ Dabei gehe es einerseits um die Bedienung von Zoom, den Umgang mit Microsoft Teams und anderen Online-Plattformen sowie andererseits um eine angepasste Unterrichtsgestaltung.