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Europa

Erste Corona-Impfungen starten Anfang des Jahres

Bereits im Jänner sollen die ersten Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland und den Niederlanden durchgeführt werden. Das verkündeten die jeweiligen Gesundheitsminister Hugo de Jonge (NL) und Jens Spahn (D). Auch in Frankreich rechnet Präsident Macron mit ersen Impfungen für gefährdete Gruppen rund um den Jahreswechsel.

red/Agenturen

Deutschland: Schutzbedürftige zuerst

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann. Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn. Der deutsche Minister hatte dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teilgenommen.

Einige wollten unbedingt zuerst geimpft werden, andere hätten Sorgen, sagte Spahn. Deswegen seien die Impfungen „ein Angebot“. Bundesweit stünden zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung - davon etwa eine Million für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW.

Der Gesundheitsschutz werde bei der Bekämpfung der Pandemie nicht absolut gesetzt. Er habe aber ein starkes Gewicht, sagte Spahn. Immerhin gebe es rund 400 Tote täglich. „Sie werden Weihnachten gar nicht erleben“, sagte Spahn. Ihre Familien seien an den Feiertagen in Trauer. „Die gute Nachricht: Diese Zeit ist absehbar endlich.“ Die Impfstoffe gäben begründeten Anlass zu dieser Hoffnung.

Auch Niederlande: Start Anfang Jänner

Die Niederlande wollen ebenfalls bereits kurz nach dem Jahreswechsel mit Corona-Impfungen beginnen. Das teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Dienstag auf Twitter mit: „Wir sorgen dafür, dass wir startklar sind. Wenn alles klappt, können wir um den 4. Jänner herum mit dem Impfen beginnen.“

Zuvor hatte die in Amsterdam ansässige Europäische Arzneimittel-Agentur EMA mitgeteilt, dass sie bis spätestens 29. Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer entscheiden will. Eine Entscheidung über den Impfstoff des US-Konzerns Moderna werde zum 12. Jänner angestrebt.

Die drei Unternehmen hatten ihre Anträge auf Zulassung für die EU am Montag eingereicht. Sollte die Ema Grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) genehmigen. Die Kommission folgt in der Regel der EMA-Empfehlung.

Frankreich: Breite Corona-Impfkampagne ab April

In Frankreich rechnet Präsident Emmanuel Macron mit einer breiten Impfkampagne gegen das Coronavirus zwischen April und Juni kommenden Jahres. Für die am meisten gefährdeten Gruppen werde es Impfungen bereits rund um den Jahreswechsel geben, sagte Macron am Dienstag nach einem Treffen mit dem belgischen Premierminister Alexander de Croo in Paris. Zugleich bekräftigte er, dass niemand gegen seinen Willen geimpft werde. Man wolle versuchen, so viele Menschen wie möglich durch eine „Strategie der Überzeugung und Transparenz“ zu überzeugen.

Das 67-Millionen-Einwohner-Land ist schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Bislang starben schon mehr als 52.000 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Seit Ende Oktober gelten Ausgangsbeschränkungen. Seit einiger Zeit verbessert sich die Situation allerdings. Am Montagabend meldeten die Behörden rund 4.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - der niedrigste Wert seit dem Sommer. In der Spitze zählte Frankreich im November mehr als 60.000 Neuinfektionen.