Coronavirus

NGO „Austrian Doctors“ setzt Hilfseinsätze aus

Die NGO „Austrian Doctors“ mit Sitz in Salzburg holt ihre Ärzte aus dem Ausland zurück. Die medizinischen Hilfseinsätze werden wegen Covid-19 vorerst bis Mitte Mai ausgesetzt. Wie der gemeinnützige Verein am Montag mitteilte, sei die Hilfe für die Patienten in den Zielländern Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone und auf den Philippinen dank lokaler Partner jedoch gesichert.

red/Agenturen

Jedes Jahr gehen für die NGO und ihre deutsche Dachorganisation „German Doctors“ rund 360 Ärzte ins Ausland. Aktuell können 22 Ärzte aus Österreich und Deutschland ihren sechswöchigen ehrenamtlichen Einsatz entweder nicht mehr antreten, weil die Einreise in manche Länder nicht mehr möglich ist, oder mussten beziehungsweise müssen heimgeholt werden. Dass sie nun vorzeitig wieder zur ihren Arbeitsplätzen in Krankenhäuser oder Praxen zurückkehren, dürfte dem heimischen Gesundheitssystem in Corona-Zeiten aber zugutekommen.

Die Rückholung passiere nicht nur zur Sicherheit der Ärzte und Ärztinnen, sondern auch der Patienten der Zielländer, da der Coronavirus so noch weiter verschleppt werden könnte, teilte die Organisation mit. Die Partner vor Ort seien bemüht, etwa die Tuberkulose-Arbeit oder die Ernährungsprogramme und - wo möglich - auch die basismedizinische Versorgung fortzuführen.

Insgesamt handle es sich bei den Bewohnern der Projektregionen um Risikogruppen. „Die meisten leben unter hygienisch katastrophalen Bedingungen auf engstem Raum zusammen oder sind obdachlos. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen, um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu vermeiden, sind für diese Menschen nicht umzusetzen“, so „Austrian Doctors“. Hinzu komme vielerorts ein geschwächtes Gesundheitssystem, das im Falle einer Epidemie an seine Grenzen kommen würde.