Sportunfälle

Skifahren bei Schnittverletzungen trauriger Spitzenreiter

In der aktuellen Wintersaison in Tirol sind mit bisher 138 an der Innsbrucker Unfallchirurgie registrierten Fällen eine hohe Zahl an Schnittverletzungen, etwa durch Skikanten oder Kufen von Eislaufschuhen, zu verzeichnen gewesen. Gründe dafür sind unter anderem harte Pisten mit wenig Schnee oder auch die immer kürzer werdenden Ski.

red/Agenturen

Spitzenreiter der Sportarten in der Saison 2019/2020, bei denen es zu Schnittverletzungen kam, war mit 67 Prozent das Skifahren. Lediglich 13 Prozent entfielen auf das Eislaufen. Beim Skifahren sei das Gesicht zudem besonders gefährdet, merkte Rohit Arora, interimistischer Leiter der Innsbrucker Universitätsklinik für Unfallchirurgie, an. Über 80 Prozent der erfassten Verletzten bei allen Verletzungsgründen waren Männer.

„Im Moment empfiehlt man für Anfänger Skier mit Kinnlänge und für Fortgeschrittene solche mit Nasenlänge“, sprach er über einen maßgeblichen Faktor, der das Schnittverletzungsrisiko erhöht. So entfielen über 70 Schnittverletzungen auf die Gesichtsregion und nur 30 auf Hände und Füße.

Weit abgeschlagen in der Verletzungsstatistik folgen Kopf (fünf) und Hals (eine). Entstanden sind diese Verletzungen insgesamt neben Skifahren und Eislaufen auch beim Snowboarden, Rodeln oder Langlaufen. Gefahrenquellen sind nicht zuletzt auch umfallende Skier in Gondeln oder der einfache Vorgang, wenn man zuhause Eislaufschuhe vom Regal nimmt.

Neben den Schnittverletzungen, die sich laut Arora in dieser Saison häuften, erhöhte sich auch die Anzahl der zu behandelnden Wirbelsäulenverletzungen auf 114 Fälle. 80 Prozent der diesbezüglichen Verletzungen zogen sich die Sportler beim Skifahren zu. Als eine „falsche Sicherheit“ bezeichnete dabei Markus Wambacher, leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Unfallchirurgie, die Rückenprotektoren. „Sie schützen womöglich vor Kollisionen oder Stichverletzungen durch Ski-Stöcke, aber bieten keinen Rückenschutz bei Sprüngen“, so Wambacher.

 

Skifahren Extrem
Vor allem Schnittverletzungen sind häufig bei Skiunfällen. Das Gesicht ist dabei besonders gefährdet.
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