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Coronavirus

Vorarlberg baut Notversorgungszentrum wieder auf

Die Vorarlberger Gesundheitsverantwortlichen haben sich angesichts der „nach wie vor besorgniserregenden steigenden“ Corona-Infektionszahlen zur Reaktivierung des stationären Notversorgungszentrums in Dornbirn entschlossen. Zudem werden ab sofort positiv auf das Coronavirus getestete Personen auf digitalem Weg zur Absonderung aufgefordert.

red/Agenturen

Auf dem Dornbirner Messegelände wird jetzt nun die Infrastruktur wieder aufgebaut, die bereits im Frühjahr zur Verfügung gestanden war. In der Messehalle 9 werden zwei Stationen mit je 100 Betten errichtet. Die Aufbauzeit beträgt etwa zwei Wochen.Vorarlberg müsse für den Fall der Fälle bestmöglich vorbereitet sein, teilten am Donnerstag Gerald Fleisch und Peter Fraunberger als Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft mit. In Vorarlberg sind aktuell 430 von insgesamt 1.900 Spitalbetten für Covid-19-Patienten reserviert. Zudem stehen 51 Intensivbetten zur Verfügung. Diese Kapazitäten können bei Bedarf um weitere 53 Beatmungsplätze aufgerüstet werden.

Von den 51 Intensivbetten waren am Donnerstag bereits 27 von Corona-Patienten belegt, die Tendenz ist steigend. 114 Covid-19-Patienten wurden auf den Normalstationen versorgt. Zuletzt wurden in Vorarlberg bis zu 500 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert. „Aufgrund der steigenden Infektionszahlen und Hospitalisierungen wurde am Mittwoch der Beschluss gefasst, das Notversorgungszentrum zu reaktivieren“, sagte Fleisch. Der Entscheidung sei eine Analyse mit Experten vorangegangen.

In Betrieb genommen werden soll das Notversorgungszentrum, wenn mehr als 350 Corona-Patienten in allen Vorarlberger Spitälern stationär aufgenommen werden müssen. Im Frühjahr war das nicht der Fall gewesen. Auch andere Faktoren wie etwa der Ausfall von Personal im Falle von Erkrankungen spielen bei der möglichen Inbetriebnahme eine Rolle. Das Notversorgungszentrum ist für Patienten vorgesehen, die aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung spitalspflichtig sind, aber keine relevanten sonstigen Nebenerkrankungen haben. Stark pflegebedürftige Patienten müssen im Krankenhaus versorgt werden.

Die Betten im Notversorgungszentrum, das vom Landeskrankenhaus Bregenz betrieben wird, sind in Kojen für jeweils zwei Patienten aufgeteilt. Für jedes Bett steht eine Sauerstoffversorgung zur Verfügung, dafür wird im Außenbereich ein Tank installiert. Die ursprünglichen Investitionskosten für Ausrüstung und Ausstattung beliefen sich auf rund 800.000 Euro. Der Wiederaufbau wird rund 300.000 Euro kosten.

Ab sofort digitale Erstinformation für Erkrankte

Das Land Vorarlberg fordert positiv auf das Coronavirus getestete Personen ab sofort auf digitalem Weg zur Absonderung auf. Auch unmittelbare Kontaktpersonen werden via SMS oder E-Mail informiert, teilte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) mit. „Durch die Umstellung auf digitale Übermittlung können Erkrankte und enge Kontakte raschestmöglich erreicht werden“, stellte sie fest. Das trage hoffentlich zur schnellen Unterbrechung der Infektionsketten bei, so Rüscher.

Erkrankten werde in der digitalen Erstinformation ihr positives Testergebnis mitgeteilt - verbunden mit der dringenden Aufforderung, ab sofort zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte zu vermeiden. Die Aufforderung gelte dabei auch für im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen, so die Landesrätin. In weiterer Folge muss die infizierte Person Arbeitgeber und enge Kontaktpersonen außerhalb des Haushalts umgehend selbst verständigen. Zugleich wird in der Erstinformation die raschestmögliche Kontaktaufnahme durch das Infektionsteam für weitere Abklärungen angekündigt.

Nach dem Erstanruf durch das Infektionsteam erhält die infizierte Personen per Mail einen Link übermittelt, der zu einem Online-Formular führt. Dort gilt es laut Rüscher die engen Kontaktpersonen einzutragen. Diese werden in weiterer Folge automatisch per SMS oder E-Mail informiert und angehalten, den engen Kontakt zur erkrankten Person zu bestätigen. Geschieht dies, werden sie sofort über weitere Verhaltensregeln informiert. Der schriftliche Absonderungsbescheid wird bei Vorliegen der Voraussetzungen im Nachhinein ohne weitere Kontaktaufnahme durch die Behörde zugestellt und dient unter anderem zur Vorlage beim Arbeitgeber.

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