Coronavirus

WHO befürchtet 700.000 weitere Corona-Tote in Europa bis März 2022

Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet einen bedeutenden Anstieg der Todeszahlen durch die Corona-Pandemie in Europa. „Die kumulierten gemeldeten Todesfälle bis zum Frühjahr nächsten Jahres werden voraussichtlich über 2,2 Millionen erreichen“, erklärte die WHO in einem am Dienstag in Kopenhagen vorgestellten Bericht. Bislang sind in Europa seit Ausbruch der Pandemie nachweislich 1,5 Millionen Menschen durch das Coronavirus gestorben. Wenn der aktuelle Trend anhält, könnten laut WHO bis zum Frühjahr also 700.000 Tote hinzukommen.

red/Agenturen
„Die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 in ganz Europa und Zentralasien ist sehr ernst.“ Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa

In Deutschland dürfte angesichts der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens in wenigen Tagen die Schwelle von 100.000 Toten erreicht werden. Europaweit haben sich die durchschnittlichen täglichen Todesfälle nach WHO-Angaben seit Ende September verdoppelt, von 2100 auf fast 4200 am Tag. Bis März ist den Angaben zufolge zudem davon auszugehen, dass die Intensivstationen in 49 von 53 europäischen Ländern „stark oder extrem“ ausgelastet sein werden.

Nach Ansicht der WHO ist dies auf eine Kombination aus dem Aufkommen neuer Virus-Varianten, einer unzureichenden Durchimpfung und der Lockerung der Corona-Maßnahmen zurückzuführen. „Die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 in ganz Europa und Zentralasien ist sehr ernst“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Er forderte zusätzliche Maßnahmen neben der Impfung wie das Tragen von Schutzmasken und Abstandsregeln.

Trauer Frau
In nahezu allen Ländern wird eine hohe Auslastung der Intensivstationen erwartet.
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