Zunahme der Betroffenen flacht ab

2050 deutlich mehr Demenzkranke in Europa

Die Zahl der von Demenz Betroffenen wird sich von rund 9,8 Millionen Menschen in Europa im Jahr 2018 auf rund 18,9 Millionen Patienten bis zum Jahr 2050 in etwa verdoppeln. Der Anstieg verläuft aber flacher als bisher angenommen. Dies geht aus einer neuen Analyse der wissenschaftlichen Literatur durch Alzheimer Europe hervor, die am Dienstag in Brüssel präsentiert worden ist.

red/Agenturen

In den EU27-Staaten dürften demnach derzeit rund 7,8 Millionen Demenzkranke leben. Ältere Berechnungen gingen für 2019 von 8,8 Millionen Betroffenen aus. „Es ist vielversprechend zu sehen, dass gesündere Lebensstile, bessere Bildung und eine verbesserte Kontrolle von kardiovaskulären Risikofaktoren einen Effekt auf die Häufigkeit von Demenz zu haben scheinen", sagte der Direktor von Alzheimer Europe, Jean Georges.

 

In Österreich lebten demnach im vergangenen Jahr knapp 147.000 Menschen mit Demenz. Eine Schätzung aus dem Jahr 2008 war von 162.000 Betroffenen im Jahr 2019 ausgegangen. Für Österreich liegen allerdings keine aktuellen Studien zu dem Thema vor. Der neue Bericht beruht auf wissenschaftlichen Studien in anderen europäischen Ländern, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht worden sind.

Die erwartete Zahl demenzkranker Menschen werde die Gesundheitssysteme jedenfalls weiter unter Druck setzen, sagte Georges: „Wenn Menschen mit Demenz, deren Familien und Pfleger die hochwertige und individuelle Pflege, die sie benötigen, bekommen sollen, müssen Regierungen ihre Gesundheits- und Pflegesysteme darauf einstellen und mehr in die Forschung zur Behandlung und Prävention von Demenz investieren.“

alte Frau
Auch wenn laut Schätzungen lediglich rund 15 Prozent der Erkrankten einen schwereren Verlauf entwickeln und vier bis fünf Prozent eine Intensivbehandlung benötigen, tragen Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein höheres Risiko für Komplikationen.
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