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Coronakrise

Anschober: Kein aktiv Kranker wird im Spital arbeiten

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist am Montag dem Vorwurf der „Offensive Gesundheit“ - ein Zusammenschluss von Gewerkschaften, Arbeiter- und Ärztekammer - entgegen getreten, er gefährde Patienten „vorsätzlich“, indem er es zulasse, dass schwach positiv getestete Mitarbeiter weiter in Spitälern, Pflegeheimen und mobilen Diensten arbeiten. „Es wird niemand arbeiten, der ein aktives Infektionsgeschehen hat“, versicherte Anschober. Man werde „kein Risiko eingehen“.

red/Agenturen

Die „Offensive Gesundheit“ hatte dem Gesundheitsministerium vorgeworfen, es werde der Eindruck erweckt, als habe es „keinerlei Bedeutung“, einen positiven Covid-19-Befund zu haben, wenn betroffene Mitarbeiter in Spitälern und Pflegeheimen weiter eingesetzt würden, solange sich bei ihnen keine Symptome zeigen.

Weiters wird kritisiert, dass der Bundesminister „anstelle die Arbeits- und Rahmenbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich in den letzten acht Monaten zu verbessern und eine Personaloffensive zu starten“ nun eine Maßnahmen ergreift, die völlig unverständlich in Zeiten einer Pandemie sei. Die Forderung der „Offensive Gesundheit“ sei daher „eine rasche Rücknahme dieses geradezu absurden Teils der Verordnung und die Einführung einer Teststrategie auch für die mobilen Dienste“.

„SARS-CoV-2 positive Personen können in der Regel frühestens zehn Tage nach Symptombeginn und 48 Stunden Symptomfreiheit ohne weitere Auflagen aus der Quarantäne entlassen werden und dürfen somit auch ihrer Arbeit wieder nachgehen“, hielt dem das Gesundheitsministerium in einer Aussendung entgegen. Um die höchsten Sicherheitsstandards zu garantieren, sei man bei Gesundheits- und Pflegepersonal noch vorsichtiger, da ein enger Kontakt mit Risikogruppen besteht.

„Offensive Gesundheit“ signalisiert Kooperationsbereitschaft

Die Quarantäne bei Gesundheits- und Pflegepersonal werde zwar nach zehn Tagen aufgehoben, für den Arbeitsantritt brauche es aber einen negativen PCR-Test. Das Ergebnis eines PCR-Tests könne trotz eingetretener Genesung aber wochenlang positiv bleiben, die Person jedoch nicht mehr ansteckend sein. In diesen Fällen muss laut Gesundheitsministerium bei den Betroffenen der sogenannte Ct-Wert - das Mengenmaß vorhandener Virus-RNA - über 30 liegen, damit sie wieder ihren Dienst verrichten dürfen. Ab diesem Wert bestünde in der Regel keine Ansteckungsgefahr mehr. Ansteckend sei man bei milden Verläufen im Regelfall maximal bis zu zehn Tage nach Symptombeginn, wobei die höchste Ansteckungsgefahr rund um den Symptombeginn liegt.

„Mit diesem Vorgehen ist das höchstmögliche Maß an Gesundheitsschutz im Gesundheits- und Pflegebereich sichergestellt“, bekräftigte das Ministerium. Nach wie vor sei „selbstverständlich sichergestellt, dass infektiöse Personen nicht im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten“. Die neue Verordnung habe nichts an diesem Vorgehen geändert, man werde aber das Gespräch mit der Gewerkschaft suchen.

Die „Offensive Gesundheit“ signalisierte unterdessen, Mitarbeiter, die als Kontakt 1-Personen gelten, wären weiterhin zu einem freiwilligen, selbst entschiedenen Arbeiten bereit. Die Einführung einer Teststrategie in Spitälern und Pflegeheimen wurde grundsätzlich begrüßt. Dass es keine Teststrategie für die mobile Pflege und Betreuung sowie die Rettungs- und Krankentransporte gebe, sei jedoch „vollkommen unverständlich“, da gerade die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig in Kontakt mit Risikopatienten stünden, hielt die „Offensive Gesundheit“ fest.