Coronavirus

Anschober sieht Start für Massentests als gelungen

Zwei Millionen Menschen haben sich in Österreich laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) an der ersten Tranche der Massentests beteiligt. Davon waren rund 4.200 Ergebnisse auch nach den Nachtests positiv. In Wien laufen die Vorbereitungen für den vom Bund für Jänner in Aussicht gestellten zweiten Durchgang bereits.

red/Agenturen

Anschober wertete dies als guten Start und einen gelungenen Schritt zur Eingrenzung der Pandemie in Österreich, wie er am Montag in einer Aussendung mitteilte.

4.200 Menschen, die sonst, ohne es zu wissen, andere Menschen angesteckt hätten, seien aus dem Infektionsgeschehen geholt worden. Das ist der eigentliche Sinn der Massentests, möglichst viele asymptomatische Personen aus dem Infektionsgeschehen zu lösen und damit das Infektionsgeschehen zu verringern, betonte Anschober. Auf diese ersten Massentestungen könne man nun gut aufbauen und sie weiterentwickeln - für eine zweite Runde nach den Feiertagen, für Tests von Berufsgruppen, die in einem intensiven Kontakt zu anderen stehen, und für Testungen in Regionen mit einem besonders hohen Infektionsgrad.

In der Hauptstadt ist am gestrigen Sonntag der zehntägige Coronavirus-Massentest abgeschlossen wurden. An den drei Standorten Stadthalle, Messe und Marx Halle wurden an die 235.000 Menschen untersucht. Die Vorbereitungen für einen zweiten Durchgang voraussichtlich Anfang des Jahres laufen jedoch bereits. Das berichteten Vertreter des Bundesheeres und der beteiligten Einsatzorganisationen am Montag.

13,5 Prozent Wiener waren testen

Insgesamt statteten 234.889 Personen den drei Testcentern einen Besuch ab. Das sind allerdings nur rund 13,5 Prozent aller testberechtigten Wienerinnen und Wiener ab sechs Jahren. Die Kapazitätsgrenzen wurden somit nicht erreicht, wie Militärkommandant Kurt Wagner ausführte. Denn konzipiert war die Aktion in Wien für bis zu 1,2 Mio. Menschen.

Man hätte sicher auch das Drei- oder Vierfache an Menschen betreuen können, zeigte er sich überzeugt. Es sind leider zu wenige in Wien gewesen, ich hoffe, bei den nächsten Tests werden es mehr sein, sagte die Präsidentin des Samariterbundes Wien, Susanne Drapalik. Ob ein Anreizsystem hier Abhilfe schaffen könne, darauf wollte man sich heute nicht festlegen. Dies sei Sache der Politik, wurde betont.

Wie Wagner und Drapalik sowie Rainer Haslinger von der Berufsfeuerwehr Wien berichteten, gibt es bereits Überlegungen für die Abwicklung der Massentestung im kommenden Jahr. Ein neues Setting soll demnach dafür sorgen, dass man mit etwas weniger Sanitätspersonal auskommt, ohne die Kapazitäten insgesamt einzuschränken. Entsprechende Pläne würden derzeit erarbeitet.

Großes Wegräumen ist jedenfalls nicht angesagt. Ein Großteil der Infrastruktur bleibt bestehen, betonte Wagner. Man werde diese in den Hallen belassen. Lediglich die Leitsysteme bzw. Absperrungen vor den Einrichtungen werden abgebaut.

592 positive Fälle entdeckt

„Ich denke, dass es gelungen ist, einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung zu leisten, zeigte sich der Wiener Militärkommandant trotz des hinter den Erwartungen gebliebenen Zustroms zufrieden. Das Feedback jener Personen, die sich testen habe lassen, sei sehr positiv gewesen“, freute er sich. Das Bundesheer war in Wien mit insgesamt 2.000 Menschen - darunter ziviles und militärisches Personal - im Einsatz. Die Hälfte davon sei aus anderen Bundesländern gekommen.

Die Resultate der Massentests in Wien sind großteils bereits am Sonntagabend veröffentlicht worden. Getestet wurde mittels Antigenverfahren. Wer dort positiv war konnte sich in weiterer Folge einem PCR-Test unterziehen. 1.522 solcher Gurgeltests wurden durchgeführt, wobei hier auch Personen untersucht wurden, bei denen zuvor aus bestimmten Gründen kein Schnelltest-Abstrich gemacht werden konnte. Insgesamt sind jedenfalls 592 positive Fälle entdeckt worden. Lediglich bei den am gestrigen Sonntag getesteten Personen stehen die Ergebnisse noch aus.

 

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