Deutscher Ärztepräsident: Immune Menschen sollen wieder arbeiten dürfen

Für Menschen mit einer bereits überwundenen Corona-Ansteckung soll nach Ansicht der Bundesärztekammer die Kontaktsperre gelockert werden. „Diese Menschen wären die ersten, die ins Normalleben entlassen werden könnten“, sagte Deutschlands Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Der große Vorteil ist ja: Sie sind weder gefährdet noch gefährden sie andere.“

red/Agenturen

Um die Immunität festzustellen, wäre es gut, möglichst viele Deutsche auf Antikörper zu testen, sagte Reinhardt. „Alle, die immun sind, weil sie die Infektion schon hinter sich haben, könnten dann wieder zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“

Die ambulante und stationäre Versorgung in Deutschland während der Krise hält der oberste Ärztevertreter für gut, vor allem in Vergleich zu anderen Ländern Europas. Die Intensivbetten und Beatmungsgeräte seien noch nicht ausgeschöpft, weshalb Covid-19-Patienten aus anderen Staaten aufgenommen werden könnten.

7000 Patienten mit Covid-19 befinden sich nach Angaben Deutschen Krankenhausgesellschaft derzeit in deutschen Kliniken, davon 1500 auf Intensivstationen, wie die „FAZ“ weiter berichtete. Um eine bessere Übersicht über freie Kapazitäten zu haben, sollten sich möglichst alle Kliniken mit Intensivbetten am Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) beteiligen, bisher seien es nur 700 von 1160 Krankenhäusern.

Deutschlands Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) solle sein gerade verabschiedetes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung dafür nutzen, „die Meldung der Kliniken auf der DIVI-Plattform verpflichtend zu machen“, forderte Reinhardt. „Dann könnten wir punkt- und zeitgenau sehen, in welcher Stadt, in welchem Krankenhaus wie viele Beatmungsplätze frei sind und sie entsprechend schnell und sinnvoll nutzen.“

Das Thema wurde auch in Österreich aufgegriffen. Konkret forderte die Wiener FPÖ am Wochenende einen Corona-Immunpass für alle Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben und aufgrund dessen immunisiert sind. Es sei „völlig unsinnig, dass für diese Gruppe die gleichen Ausgangsbeschränkungen gelten sollen wie für die übrige Bevölkerung. Jeder ehemals Coronavirus Infizierte, der nicht mehr ansteckend ist, soll daher einen Corona-Immunpass erhalten. Dieser soll die volle Ausgangserlaubnis bescheinigen“, verlangte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp.

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Gesundheitsökonomen haben zuletzt die Forderung gestellt, trotz der in Österreich bisher gut gemeisterter Coronakrise Spitalsbetten abzubauen.
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