Coronavirus

EU-Gipfel gelobt mehr Kooperation im Kampf gegen Corona

Die EU-Staats- und Regierungschefs bemühen sich weiter um eine abgestimmte Linie im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Man begrüße die bisherige Koordinierung auf EU-Ebene und bekenne sich dazu, die Bemühungen zu verstärken, hieß es am Donnerstag in der Abschlusserklärung des EU-Gipfels in Brüssel zu diesem Thema. Insbesondere bei den möglichen Lockerungen der bisherigen Reisebeschränkungen wolle man zusammenarbeiten - sobald es die gesundheitliche Situation erlaube.

red/Agenturen

Vor allem zu Beginn der Corona-Krise hatte die Kooperation der EU-Staaten ziemlich geruckelt. Zugleich mahnen die Staats- und Regierungschefs zu Vorsicht: Wenn bald Impfstoffe eingesetzt werden könnten, heiße das nicht, „dass die Pandemie vorbei ist“. Die epidemiologische Situation in Europa bleibe besorgniserregend. Der Austausch über Corona solle intensiviert werden. Von der EU-Kommission erwarte man Empfehlungen zu Verwendung und gegenseitiger Anerkennung von Antigen-Schnelltests. Auch ein gemeinsamer Ansatz für Impfpässe soll entwickelt werden. Es sei wichtig, faktenbasierte Informationen über die Impfungen bereitzustellen und Desinformation zu bekämpfen.

Die Vorbereitung auf eine pünktliche Bereitstellung und Verteilung der künftigen Impfstoffe sei wichtig, betonen die Staats- und Regierungschefs. Zudem wolle man sich weiter für den fairen Zugang aller zu Impfungen einsetzen. In Hinblick auf mögliche weitere Pandemien solle die internationale Kooperation gestärkt werden, auch durch einen möglichen internationalen Vertrag über Pandemien im Rahmen der UN und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Gesundheitsfragen wollen die EU-Staaten künftig enger kooperieren. Vor allem das Potenzial von Gesundheitsdaten in Europa müsse genutzt werden.

„Die EU muss jetzt wirklich Tempo zeigen“

Vor dem EU-Gipfel hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) seine Hoffnung ausgedrückt, dass es bald zu Impfungen gegen Corona in Europa kommt. „Je früher wir in der EU zu impfen beginnen können, desto besser. Denn jeder Tag Pandemie bedeutet in Europa aktuell tausende Tote, einen heftigen wirtschaftlichen Schaden und unzählige Menschen, die um ihrem Arbeitsplatz fürchten müssen“, erklärte Kurz in einem Statement. Derzeit werden zwei Anträge auf Zulassung von Corona-Impfstoffen in der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft.

„Die EU muss jetzt wirklich Tempo zeigen“, forderte der ÖVP-Europaabgeordnete Alexander Bernhuber nach einem Austausch mit EMA-Direktorin Emer Cooke im Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments. „Der Impfstoff wird zwar keine Wunderwaffe sein, aber uns langfristig in die Normalität zurückführen. Qualität und Sicherheit müssen selbstverständlich Vorrang haben. Die Geschwindigkeit der Zulassung darf nicht die erste Priorität sein, wie es womöglich in Großbritannien der Fall war, wo es zu allererst eine Notfallzulassung gegeben hat. Aber wir dürfen nicht aufgrund möglicher bürokratischer Hürden die Nachzügler sein“, sagte Bernhuber.