Coronavirus

Europäische Arzneimittelbehörde warnt vor Malariamedikament

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat davor gewarnt, Coronavirus-Patienten mit den Malaria-Mitteln Chloroquin und Hydroxychloroquin zu behandeln. Die beiden noch nicht zum Einsatz gegen das Coronavirus zugelassenen Arzneimittel sollten nur bei klinischen Tests oder in Notfällen genutzt werden, erklärte die EMA am Mittwoch. Sie warnt insbesondere davor, die Medikamente ohne Verordnung oder Aufsicht durch einen Arzt einzunehmen.

red/Agenturen

Chloroquin und Hydroxychloroquin gelten als mögliche Mittel gegen die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Forscher aus China und Frankreich berichteten nach ersten kleineren klinischen Studien mit Coronavirus-Patienten von positiven Ergebnissen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Cloroquin daher bereits als mögliches „Geschenk Gottes“. Eine Bestätigung der Wirksamkeit durch groß angelegte Studien steht aber noch aus.

Viele Wissenschaftler warnen daher vor den Gefahren: Beide Medikamente haben zahlreiche Nebenwirkungen, eine Überdosis kann besonders gefährlich sein. Es sei daher „sehr wichtig“, Chloroquin und Hydroxychloroquin nur für die zugelassene Anwendung, bei klinischen Studien oder im Zuge von festgelegten Notfallprogrammen zu nutzen, erklärte die EMA. Ohne ärztlichen Rat sollten beide Medikamente auf keinen Fall eingenommen werden.