Coronavirus

Gilead will Produktion von Remdesivir massiv steigern

Der US-Pharmakonzern Gilead will die Produktion seines Covid-19-Remdesivir massiv steigern. Das sagte Bettina Bauer, Deutschland-Geschäftsführerin von Gilead, der deutschen „WirtschaftsWoche“ laut einer Vorausmeldung am Donnerstag.

red/Agenturen

Das Unternehmen könne seine weltweite Monatsproduktion von aktuell 190.000 Behandlungseinheiten auf zwei Millionen im Dezember steigern. Das wäre dann etwa das Doppelte der von dem Konzern noch im April dieses Jahres geplanten Menge. Welches Land wie viel bekommt, solle auf Basis der Neuinfektionen pro Land entschieden werden, erklärte die Mangerin.

Laut einer Studie verkürzt Remdesivir die Behandlungsdauer von Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 von 15 auf elf Tage. Ein Einfluss auf die Mortalität konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Das Arzneimittel war vergangene Woche von der EU zugelassen worden.

Um das Medikament gab es vor kurzem eine Kontroverse, weil US-Präsident Donald Trump einen Großteil der Produktion des Originalmedikaments der nächsten Monate für die USA reserviert hat. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir wird nach Unternehmensangaben bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten. Dieser Preis dürfte auch für Europa gelten.