Coronavirus

Kreuzfahrten: Tourismusverband will verpflichtende Tests

Der deutsche Reisebüro-Verband VUSR spricht sich für eine allgemeine Corona-Testpflicht auf Kreuzfahrtschiffen aus. „Es sollte für den Kreuzfahrtgast eine Testpflicht vor dem Antritt der Reise geben“, sagte die Vorsitzende Marija Linnhoff. Am Wochenende wurde das Coronavirus unter der Besatzung eines Passagierschiffs in Norwegen bei 36 Crew-Mitgliedern nachgewiesen. Auch in Italien sind drei Crewmitglieder von Kreuzfahrtschiffen im Hafen von Civitavecchia infiziert.

red/Agenturen

Die Kosten sollten von den Gästen selbst getragen werden. „Wer sich eine Kreuzfahrt leisten kann, kann sich auch das leisten“, meinte Linnhoff. Sie plädierte auch für eine generelle Testpflicht für alle Urlaubsrückkehrer.

Am Wochenende wurde das Coronavirus auf einem Passagierschiff in Norwegen nachgewiesen. Mindestens 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder des norwegischen Kreuzfahrtschiffes „MS Roald Amundsen“ sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Virus sei bei 36 der 158 Crew-Mitglieder nachgewiesen worden, teilten die norwegischen Gesundheitsbehörden mit. Vier von ihnen seien schon am Freitag ins Spital eingeliefert worden, nachdem das Schiff im Hafen Tromsö festgemacht hatte.

Die Crew wurde unter Quarantäne gestellt. Die 178 Passagiere durften von Bord gehen, da zu dem Zeitpunkt keine Ansteckung bekannt war. Die Behörden versuchen, die Reisenden zu finden, die bei den beiden jüngsten Arktis-Reisen an Bord waren.

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises verschob außerdem ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause. Die in der ersten Augusthälfte geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee wurden am Sonntag abgesagt, weil eine Freigabe durch den Flaggenstaat Italien fehlte.

Reederei „Costa crociere“ setzt Kreuzfahrten aus

Apropos Italien: Auch die dortige Kreuzfahrtindustrie, die auf einen baldigen Neustart nach mehreren Monaten Stillstand hofft, ist mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Drei Crewmitglieder an Bord der Schiffe „Costa Deliziosa“ und „Costa Favolosa“, die sich im Hafen der Stadt Civitavecchia nördlich von Rom befinden, sind positiv auf das Covid-19 getestet worden.

Die Reederei „Costa Crociere“, Betreiberin der Schiffe, verfolge die Entwicklung der Lage und sei in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden, hieß es in einer Aussendung der Kreuzfahrtgesellschaft aus Genua. Die drei Infizierten seien unter Quarantäne und in guter Verfassung, hieß es. Die Reederei halte sich streng an die Sicherheitsprotokolle. An Bord der beiden Schiffe befinden sich zurzeit keine Passagiere, sondern nur einige hunderte Crewmitglieder.

„Costa Crociere“ hat seine Kreuzfahrten bis 15. August ausgesetzt. Zudem wurden für die ganze Sommersaison Kreuzfahrten in Nordeuropa abgesagt. Die Gesellschaft arbeite mit den Behörden an der Entwicklung von Gesundheitsprotokollen für einen schrittweisen Neustart der Kreuzfahrten sobald wie möglich, teilte das Unternehmen mit.

In Italien gibt es 39 Kreuzfahrthäfen. Jener mit den meisten Passagiere war vor Beginn der Coronavirus-Pandemie der Hafen von Civitavecchia mit rund 2,5 Millionen Passagieren pro Jahr, gefolgt von Venedig mit 1,5 Millionen Passagieren. Beliebte Kreuzfahrthäfen sind auch Neapel und Genua.